| Offener Brief an BM Larue - Teil I |
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| Freitag, 24. August 2007 | |
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Der Vorsitzender der Stadtratsfraktion Die.Linke / Offene Liste, Lothar Böling, hat sich in Sachen "Tag der Heimat" des BdV in einem offenen Brief an Bürgermeister Paul Larue (CDU) gewandt, den wir an dieser Stelle dokumentieren:
Sehr geehrter Herr Larue, wie schon in den Jahren zuvor, so erhielt ich auch in diesem Jahr die Einladung zum „Tag der Heimat“, in einem Briefumschlag der Stadt Düren. Unterschrieben war die Einladung wieder einmal vom hiesigen Kreisvorsitzenden des „Bundes der Vertriebenen“ (BdV) und vom Bürgermeister der Stadt Düren. Erneut wird damit dem reaktionären und revanchistischen „BdV“ das Rathausfoyer zur Verfügung gestellt. Und das ganze mit tatkräftiger Unterstützung des Bürgermeisters. Wie schon in den Jahren zuvor, fordere ich Sie hiermit auf, das Foyer des Rathauses nicht wieder dem „Bund der Vertriebenen“ als Bühne zu überlassen. Der „BdV“ und die „Landsmannschaften“ verfolgen eine Politik, die darauf abzielt, heute bestehende Grenzen in Frage zu stellen. Die Verbreitung nationalistischer Phrasen und das Stellen von Gebietsansprüchen gegen unsere Nachbarländer, dienten jedoch noch nie dem Erhalt des Friedens. Mit welchen Rednern der „BdV“ die Stadt Düren in den vergangenen Jahren zu beglücken versuchte, ist Ihnen ja bekannt. Einige dieser Herren sind offen für faschistisches Gedankengut, haben gar beste Verbindungen zu alten und neuen Faschisten. Erinnert sei hier nur an den „BdV-Vertreter“ Rüdiger Goldmann, der jahrzehntelang dem rechtsextremen „Witikobund“ angehörte und dem wegen Volksverhetzung verurteilten ehemaligen „BdV-Vizepräsidenten“, Paul Latussek. Erinnert sei hier auch noch mal an den ehemaligen „BdV-Kreisvorsitzenden“, Karl-Heinz Weschke. Zur Erinnerung füge ich diesem Schreiben noch einmal den Text eines Briefes von Herrn Weschke an Erika Steinbach, die Vorsitzende des „BdV“ bei. Aus diesem Brief aus dem Jahr 2004 geht klar hervor, dass es hier nicht um Heimatpflege und Brauchtum geht, sondern um Gebietsansprüche. Auch wenn der diesjährige Redner, MdL Horst Westkämper, Mitglied der CDU ist, so ändert das nichts an den Forderungen und Zielen des „BdV“ und der „Landsmannschaften“. Viele der in Düren lebenden, ehemaligen Flüchtlinge und Aussiedler sind jedoch längst integriert. Sie wollen von dieser rückwärtsgewandten Politik nichts wissen; haben sich vom „BdV“ und den „Landsmannschaften“ längst gelöst. Auch Sie sollten unterscheiden zwischen Menschen die in Düren eine neue Heimat gefunden haben und revanchistischen Organisationen, die letztendlich für ein Großdeutschland in den Grenzen von 1937 eintreten. Nehmen Sie ihr Amt als Sprecher des Dürener Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt ernst. Wirken Sie der Verbreitung nationalen, reaktionären und revanchistischen Gedankengutes entgegen. Hören Sie auf treuer Begleiter und Unterstützer des „BdV“ zu sein. Orientieren Sie sich an progressiven Christdemokraten. Mit freundlichen Grüßen Lothar Böling Vorsitzender der PDS-Ratsfraktion
Sehr geehrte Frau Präsidentin Steinbach, hiermit bestätige ich den Eingang Ihres Schreibens „im August“ mit den beigefügten Pressemitteilungen. Nach 9-jähriger Tätigkeit als BdV-Kreisvorsitzender in Düren, haben wir hier für eine andere Sache gekämpft als Sie es heute darstellen, und zwar für das Recht auf Heimat, - was wir ererbt von unseren Vätern …! Übrigens fahre ich immer mit der Faust in der Tasche in unsere Heimatgebiete, denn dort spricht man heute nur von „Großpolen“. Der BdV hatte über 52 Jahre Zeit, eine Vereinigung zu gründen, bzw. sich der berechtigten Ansprüche der Vertriebenen gegenüber den Vertreiberstaaten nachhaltig anzunehmen bzw. zu vertreten. Es geschah jedoch nichts Konkretes!! Man stelle sich doch einmal vor, daß jedes Haus, jeder Hof, jedes Industrieunternehmen in unseren Heimatgebieten einen Eigentümer hatte, und ich kann die von Ihnen geäußerte Meinung nicht nachvollziehen, daß alle Eigentümer ihren ehemaligen Besitz dem polnischen Staat schenken wollen?! Um so dankbarer müssen wir heute denjenigen sein, die nach unendlicher Mühe und Konsultierung namhafter Anwälte die Preußische Treuhand gegründet haben!! Die Aufregung in Polen zeigt doch, dass die Treuhand den richtigen Weg eingeschlagen hat! Solle ich Ihre diversen Ausführungen richtig verstanden haben, dass Sie als BdV-Präsidentin bereit wären auch einer Null-Lösung zuzustimmen, nämlich, dass nur die Heimatvertriebenen mit ihrem Hab und Gut die Reparationsansprüche der Polen bezahlen sollen, dann allerdings würde ich meinen Kreisvorsitz niederlegen! Wir lassen uns nicht zu einem „Kulturkränzchen“ degradieren. Wir erwarten, daß der BdV unsere, wie Sie selbst schreiben, berechtigten Ansprüche gegenüber den Vertreiberstaaten vertritt. Bitte treiben Sie jetzt keinen Keil zwischen Mitglieder und Nichtmitglieder der Preußischen Treuhand. Verzicht ist Verrat, und in unseren Gruppen „rumort“ es bereits gegen den BdV nicht unerheblich! Mit heimatverbundenen Grüßen gez. K.-H. Weschke
Siehe zum Thema BdV auch die Presseerklärung der Antifa Düren vom 16. August 2007.
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