| Kritik an Polizeieinsatz nach Antifa-Demo in Düren |
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| Dienstag, 25. September 2007 | |
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Nach der erfolgreichen antifaschistischen Demonstration in Düren wurden Neonazi-Gegner am Aachener Hauptbahnhof festgesetzt. Wir dokumentieren zu diesem Vorfall eine Stellungnahme der "Antifaschistischen Gruppe Aachen".
Nach
einer erfreulich lauten und teilnehmerInnenstarken Demonstration gegen
einen NPD-Aufmarsch in Düren wurde die Route des Naziaufmarsches
erfolgreich an einer Stelle blockiert. Die NPD konnte am Samstag nicht
reibungs- und widerstandslos ihre geplante Route gehen, obwohl über
1200 PolizeibeamtInnen zur Durchsetzung der Nazidemonstration anwesend
waren Erfreulich war auch, dass sich mehrere Gruppen des Dürener
Bündnisses gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt der
Demonstration anschlossen. So konnte diese in ihrem Verlauf von Anfangs
500 Menschen auf 1200 anwachsen. Mehrmals wurde die Demonstration von
zahlreichen PolizistInnen behindert, die einmal die Musik des
Lautsprecherwagens nicht mochten, ein anderes Mal die angemeldete Route
augenscheinlich vergessen hatten. Die Differenzen über den
Musikgeschmack führten gar zu einigen Personalienfeststellungen durch
äußerst aggressive PolizistInnen
Am Ende dieses Tages leistete
sich die Polizei einen weiteren Fauxpas. Sie geleitete nicht nur
Neonazis in einen Zug in Richtung Aachen, in dem bereits
AntifaschistInnen saßen, ignorierte nicht nur Hitlergruß zeigende
Faschisten trotz Hinweisen auf diese Vorgänge und trotz der Belehrung
von Zugreisenden, dass sich die anwesende Polizei der Strafvereitelung
schuldig mache. An der Endstation, am Aachener Bahnhof verwiesen die
Einsatzkräfte etliche Menschen unter dem Einsatz ‚einfacher
körperlicher Gewalt’ des Bahnhofes um den anwesenden Neonazis einen
freien Weg zu bescheren. In der Zwischenzeit sammelten sich auf dem
Bahnhofsvorplatz engagierte AntifaschistInnen, die von der
bervorstehenden Ankunft der Neonazis gehört hatten. Auf dem
Bahnhofsvorplatz setzte die Polizei den skandalösen Vorgang unter den
Augen etlicher erboster PassantInnen fort und setzte die etwa 50
anwesenden AntifaschistInnen in einem so genannten Kessel fest, damit
die inzwischen nur noch 6 (!) Neonazis ohne Polizeibegleitung Parolen
schreiend an diesem Kessel vorbeiziehen konnten. Erst etwa eine halbe
Stunde später, nachdem die Neonazis in einen Bus gestiegen waren,
wurden die bis dahin festgesetzten NazigegnerInnen freigelassen, denen
bis dahin nicht der offizielle Grund für ihre vorübergehende
Ingewahrsamnahme mitgeteilt wurde.
So erschreckend das Vorgehen
der Polizei war, so erfreulich waren die Reaktionen zahlreicher
anwesender BürgerInnen. Ein erschrockener Passant merkte an, die
Polizei könne auch direkt einen roten Teppich für die Neofaschisten
ausrollen, man könnte meinen, diese seien Ehrengäste der Stadt. Ein
paar Jugendliche mutmaßten gar, das Verhalten der Polizei könne auch
mit deren tendenzieller politischer Einstellung zu tun haben. Einige
solidarische Menschen gingen aus Protest gegen diese Polizeiaktion zu
den AntifaschistInnen in den Kessel.
Zynischer Höhepunkt dieser Polizeiaktion war es, dass ein Polizist einem festgesetzten Antifaschisten sagte, man beschwere sich doch sonst immer, dass die Polizei einen nicht schütze. Dieser fragte nicht zurück, ob das Prinzip vorläufiger ‚Haft’ zum eignen ‚Schutz’ denn eine immer noch rechtsstaatliche Maxime sei. Der Beamte spielte wohl auf ein Vorgang vor einigen Wochen in Stolberg an, nach welchem der Aachener Polizei vorgeworfen wurde, AntifaschistInnen nicht gegen einen Angriff von Neonazis geschützt zu haben. Unter den Augen von Polizisten wurden dort junge BesucherInnen eines antifaschistischen Konzertes von bewaffneten und vermummten Neonazis überfallen und verprügelt. Die Aachener Polizei hat bis heute nicht erklärt, warum ihre Beamten dort nicht eingriffen. Stattdessen scheint dieser Vorfall ein willkommener Grund zu sein, AntifaschistInnen zu schikanieren. Übrigens lobte die NPD Düren das Vorgehen der Polizei in Aachen explizit.
Die
Vorfälle, in denen die Aachener Polizei ein auffallend tendenziöses
Verhalten gegenüber AntifaschistInnen zeigt, häufen sich
besorgniserregend. Sophie Stern, Antifaschistin aus Aachen bemerkte zu
diesen Entwicklungen: „Es scheint, als sei die Polizei in Aachen viel
mehr Teil des Problems als Teil seiner Lösung.“
Textquelle: Pressemitteilung der Antifaschistischen Gruppe Aachen
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