| Referent weist Kritik an Veranstaltung über den BdV zurück |
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| Freitag, 11. Januar 2008 | |
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Jörg Kronauer antwortet auf die als Leserbrief geäußerte Kritik (vgl. Rundbrief Nr. 3 des Dürener Bündnisses gegen Rechts) an seinem Vortrag im Dezember 2007 . Der Kölner Sozialwissenschaftler referierte auf Einladung der Antifa Düren zum Thema „Verzicht ist Verrat! - Ideologie und Praxis der der "Vertriebenen-Verbände". Er schreibt: Die Behauptung, ich würde die "Massenvertreibungen" leugnen, ist eine Unverschämtheit. Vielmehr habe ich die unterschiedlichen Geschehnisse, die im populären Sprachgebrauch unter diesem Begriff zusammengefasst werden, eingehend geschildert. Wer's nachlesen will, kann das in meinem Aufsatz "Vertriebenenverbände und extreme Rechte" tun (In: Richard Gebhardt (Hg.): Rosen auf den Weg gestreut, Papyrossa Verlag, Köln 2007). Ich weigere mich allerdings, den populären, aber wissenschaftlich zumindest fragwürdigen Terminus "Vertreibung" für die Analyse zu verwenden. Der Begriff "Vertreibung" ist, das kann jeder in dem Standardwerk "Die Vertriebenen in Westdeutschland" nachlesen (Band 1, Seite 62), erst im Jahr 1947 in die Debatte eingeführt worden. Vorher wurden unterschiedliche andere Begriffe verwendet. Das erwähnte Buch wurde 1959 u.a. von dem Soziologen Eugen Lemberg herausgegeben, der dem sudetendeutschen Milieu entstammt und bislang noch von niemandem verdächtigt wurde, "Verschwörungen" gegen sein eigenes Umfeld angezettelt zu haben. An anderer Stelle (Seite 190) heißt es im Buch, in "Wort und Begriff des 'Vertriebenen'" werde das "Unrecht der Vertreibung mitgedacht"; der "deutsche Rechtsterminus 'Vertriebener'" sei als "fortlaufender Protest gegen das Unrecht der Vertreibung" zu verstehen. Genau dies habe ich in meinem Vortrag in Düren geschildert. Ich bin an Diskussionen, gerade auch an konträr geführten, sehr interessiert. Ich wehre mich aber dagegen, wenn mir Aussagen unterstellt werden, die ich nie gemacht habe, wenn falsche Tatsachen behauptet und wenn fehlende Argumente durch diffamierende Beschimpfungen ersetzt werden. Jörg Kronauer |


