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Erneut Widerstand gegen Neonazi-Umtriebe in Düren Drucken
Samstag, 2. April 2005
Heute (Samstag, 2. April) kam es erneut zu Widerstand gegen Neonazi-Umtriebe in der Dürener Innenstadt.

An einer spontan bei der Polizei angemeldeten Kundgebung gegen eine Gruppe von Neonazis, die für die NPD Unterschriften zur Landtagswahl sammelte, beteiligten sich bis zu 40 Personen.

Mit Transparenten ("Kein Fußbreit den Faschisten", "Gegen Naziterror, Rassismus und Revanchismus") demonstrierten die Nazigegner am Nachmittag für rund eineinhalb Stunden gegen ein Dutzend Mitglieder und Anhänger von NPD und "Kameradschaft Aachener-Land". An einer anschließenden kurzen Demonstration durch die Dürener Innenstadt beteiligten sich etwa 20 Antifaschisten. Bereits am Dienstag hatten 15 Antifaschisten in Düren gegen NPD-Aktivisten protestiert, die daraufhin ihre Unterschriftensammlung vorzeitig abbrachen.

NPD-Landtagskandidat in spe droht mit Mord

Einer der designierten NPD-Landtagswahlkandidaten im Kreis Düren, Rene Laube aus Langerwehe, hat heute gegenüber einem anwesenden Antifaschisten angekündigt, an diesem den Punker-Mord von Dortmund wiederholen zu wollen. Der Betroffene hat gegen den Neonazi Anzeige wegen Bedrohung erstattet. Am Ostermontag war in Dortmund ein 31jähriger Punker von einem 17jährigen Neonazis auf offener Straße durch einen Messerstich ins Herz tödlich verletzt worden. Dazu erklärt Antifa-Sprecher Martin Graubenden: "Die unverhohlen ausgesprochene Morddrohung hat erneut gezeigt, dass es sich bei NPD und 'Kameradschaft Aachener-Land' um kriminelle Organisationen handelt. Fast 60 Jahre nach der Befreiung von der Nazi-Barbarei bleiben wir dabei: Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!".

REPs erschleichen Unterschriften?

Am Vormittag waren ebenfalls Unterschriftensammler der "Republikaner" in Düren unterwegs. Diese gaben vor, eine politische Umfrage über den Umgang mit „Kinderschändern“ durchzuführen. Über die wahren Hintergründe ihrer Unterschriftensammlung schwiegen sich die REP-Aktivisten dabei offenbar aus. Diesen Eindruck hinterließ zumindest ein Gespräch mit einer jungen Frau, die eine Unterstützungsunterschrift geleistet hatte. Auf Nachfrage erklärte sie, ihr sei nicht bewusst gewesen, dass sie damit den Wahlantritt der "Republikaner" unterstützt habe.

Mehr Engagement gegen Neofaschisten

"Wir trauern um das jüngste Mordopfer der Neonazis", erklärt Martin Graubenden. "Wir finden es unerträglich, wenn die Gesinnungsgenossen des Mörder von Dortmund in Düren offen für ihre schäbigen Ziele auftreten. Die Einwohner in Düren rufen wir zur verstärkten Wachsamkeit und mehr Engagement gegen Neofaschisten gleich welcher Schattierung - auf".