| Ein Stadtteil unter Generalverdacht? |
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| Freitag, 16. Mai 2008 | |
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Die Antifa Düren kritisiert die Verteilung einer Sonderausgabe der Stadtteilzeitung Nord-Düren mit dem Titel „Für die Zukunft unserer Kinder“. Das Blättchen wurde in den vergangenen Tagen im Dürener Norden in deutscher und türkischer Sprache verteilt. Der Inhalt ist äußerst problematisch: „Zu den wichtigen Themen des Stadtteils gehört auch die Drogenproblematik im Kerngebiet von Nord-Düren“ schreibt beispielsweise Bürgermeister Paul Larue. Ohne Zweifel ist Drogenkonsum – darunter verstehen wir auch den Gebrauch der legalen Drogen Alkohol und Nikotin – bzw. Drogenhandel eine wichtige gesellschaftliche Herausforderung. Und die Auslöser für eine Drogenkarriere liegen oft im Sozialen: Desintegration, Armut, Arbeitslosigkeit, Lehrstellenmangel und Perspektivlosigkeit. Hier müsste angesetzt werden, um Drogenkonsum nachhaltig zu bekämpfen. Die Art und Weise aber wie das Thema in der Stadtteilzeitung aufgegriffen wurde, halten wir für völlig unangebracht. Der von vielen Migranten bewohnte Stadtteil wird als „Drogenviertel“ stigmatisiert und unter Generalverdacht gestellt. Wer so unbedarft formuliert, öffnet rassistischen Ressentiments (viele Migranten = Drogenproblem) Tür und Tor. Wer weiß denn schon, was es in den „besseren Stadteilen“ der Dürener Schickeria so alles zu kaufen gibt? Wie kann man da die Drogenproblematik auf einen Stadtteil reduzieren? Weiterhin ruft die Dürener Polizei in der Stadtteilzeitung zur Denunziation auf: „Daher bitten wir Sie, verdächtige Wahrnehmungen unverzüglich der Polizei [...] zu melden“. Wohlgemerkt: Es geht also nicht darum, Straftaten anzuzeigen, sondern bereits bloße „Wahrnehmungen“ zu melden. Die Polizei möchte offenbar eine Kultur des Spitzel- und Denunziantentums in Nord-Düren schaffen. Heute sollen Menschen im Zusammenhang mit Drogen gemeldet werden, morgen möglicherweise wegen ihrer politischen Einstellung. Wir wenden uns entschieden gegen diese repressive Politik. Den EinwohnerInnen von Nord-Düren empfehlen wir dringend, auf keinen Fall auf den Aufruf der Polizei zu reagieren. Antifa Düren, 16. Mai 2008
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