| Polizei eskaliert künstlich antifaschistische Kundgebung in Düren |
|
| Samstag, 21. Oktober 2006 | |
|
Gestern fand in
Düren eine antifaschistische Demonstration gegen das Treffen von Neonazis der
„Kameradschaft Aachener-Land“ und NPD in der Gaststätte „Gütershop“ statt.
Kurzfristig ist es gelungen, ein politisch breites Bündnis zu organisieren. Rund 200 Menschen haben sich an der Demonstration beteiligt. Damit wurde ein deutliches Signal ausgesendet, dass die Neonazi-Aktivitäten in Düren nicht geduldet werden. Dem Verhalten der Polizei ist es geschuldet, dass die Demonstration nicht wie ursprünglich geplant durchgeführt werden konnte. Nach dem Auftakt am Bahnhof zog die Demonstration über die Josef-Schregel-Straße auf die Arnoldsweilerstraße. Dort fand eine Kundgebung mit Redebeiträgen vor der Gaststätte statt. Nach etwa 30 Minuten versuchte die Polizei, zwei Neonazis mitten durch eine Gruppe von Antifaschisten zum Eingang der Gaststätte zu führen. Damit handelten die Beamten entgegen ihres angekündigten Konzeptes der räumlichen Trennung von antifaschistischer Demonstration und Neonazis. Nach verbalen Protesten und einem Gedrängel setzte die anwesende Bereitschaftspolizei unmittelbar ohne Vorwarnung Gewalt gegen die Nazigegner ein. Eine etwa 30köpfige Gruppe, darunter waren auch ein Rentner, Jugendliche und ein Mitglied des Dürener Stadtrates, wurde zum Teil unter Einsatz von Schlägen mit der Tonfa abgedrängt und eingekesselt. Ihnen wurde die weitere Teilnahme an der Kundgebung bzw. Demonstration von Seiten der Polizei verwehrt. Die Antifa Düren bewertet das Verhalten der Polizei als eine Provokation. Damit sollte offenbar die bis dahin völlig friedliche Situation bei der Zwischenkundgebung künstlich eskaliert werden, um den antifaschistischen Protest anschließend öffentlich diffamieren zu können. Von Seiten der Versammlungsleitung wurde anschließend versucht, ein Gespräch mit dem Einsatzleiter der Polizei zu führen, um die Situation zu klären. Trotz mehrfachen energischen Nachfragen stand dieser auch nach mehr als 40 Minuten nicht zur Verfügung. Damit hat die Polizei die in einem Kooperationsgespräch getroffenen Vereinbarungen nicht eingehalten. Unter diesen Bedingungen sah sich der Versammlungsleiter außerstande, die Demonstration wie geplant fortzusetzen und löste die Kundgebung vorzeitig auf. Antifa Düren, 22. Oktober 2006 |

