EDITIN INDEX: antifa. neuss

LL - Demo in Berlin

Sonntag | 11. Januar 2009 | 10:00 Uhr | U-Frankfurter Tor | Berlin

Demonstration im Gedenken an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht

Im Januar 2009 wird wieder die spektrenübergreifende LL - Demo zum Gedenken an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht stattfinden.
Luxemburg und Liebknecht wurden am 15. Januar 1919 mit Billigung der SPD-Führung durch reaktionäre Freikorpsverbände in Berlin ermordet.
Die beiden MitbegründerInnen der KPD traten entschieden gegen Krieg und Ausbeutung ein und sahen weder im bürgerlichen Staat noch in den vermeintlichen Alternativen von Rechts eine Möglichkeit zur Befreiung der Menschen.
Bei der LL-Demonstration und den zahlreichen an diesem Wochenende stattfindenden Veranstaltungen geht es auch um die Weiterentwicklung von Perspektiven zur Überwindung des Kapitalismus durch die soziale Revolution. Die Notwendigkeit des antikapitalistischen Kampfes für eine Gesellschaft ohne Ausbeutung, Unterdrückung und Krieg – ein Ziel, mit dem Luxemburg und Liebknecht untrennbar verbunden sind – ist heute genauso aktuell wie in der Vergangenheit.

Gemeinsam kämpfen für eine befreite Welt ohne Kapitalismus und Militarismus!

Infos zur Demo gibt es unter anderem

-> hier

Wandelt Wut und Trauer in Widerstand

Alexandros von Polizisten in Athen ermordet.

150 Menschen aus verschiedenen Spektren der Linken beteiligten sich am Dienstag abend in Düsseldorf an einer lautstarken Solidaritätsdemonstration zum griechischen Konsulat. Die massiv vertretene Polizei hielt sich zurück.

Erfreulich war, dass es von vielen PassantInnen Solidaritätsbekundungen gab - auf einem Balkon applaudierten z.B. Menschen der Demo, aus einem griechischen Restaurant kamen Gäste und Beschäftigte und ballten die Faust zum Gruß.
Mehrfach wurden Redebeiträge verlesen. Danke an die Menschen, die sich trotz kurzer Mobilisierungszeit und schlechten Wetters auf den Weg gemacht haben. Solidarische Grüße an die Familie des heute zu Grabe getragenen Genossen sowie an die AktivistInnen in Griechenland!

Antirassistische Demonstration in Neuss

Heute, am 29. November 2008, fand zum 9. Mal anlässlich des „Internationalen Aktionstages gegen Gewalt gegen Frauen“, in der Neusser Innenstadt eine Demonstration statt. Bis zu 300 Menschen aus feministischen, antirassistischen und antifaschistischen Zusammenhängen gingen auf die Straße, um gegen staatlichen und gesellschaftlichen Rassismus Position zu beziehen.

Demonstriert wurde gegen den bundesweit einzigen Frauenabschiebeknast, der sich bereits seit 15 Jahren auf der Neusser Grünstraße befindet. Zur Zeit fristen dort etwa 20 Frauen ein Dasein hinter hohen Mauern und Stahltoren, nur weil sie sich in ihren Herkunftsländern Angriffen auf ihre körperliche Unversehrtheit und ihr Selbstbestimmungsrecht als Frau nicht unterwerfen wollten.

Die Demonstration zog lautstark zum Abschiebeknast. In mehrsprachigen Redebeiträgen und Parolen wurde die Solidarität mit den inhaftierten Frauen und die Ablehnung der herrschenden Abschiebemechanismen ausgedrückt.

Unmittelbar nach Auflösung der Veranstaltung kam es zu einem Übergriff der anwesenden Polizeikräfte. Aufgrund eines Vorfalls, der sich im Vorjahr zugetragen haben soll, wurde unter Einsatz physischer Gewalt eine Personalienfeststellung erzwungen.

Karin Brause von der Antifaschistischen Aktion Neuss, die in Zusammenarbeit mit dem Aktionsbündnis für globale Bewegungsfreiheit die Veranstaltung organisiert hat, zieht ein positives Fazit des Tages: „Auch dieses Jahr beteiligten sich wieder viele engagierte Menschen, bei denen wir uns herzlich bedanken möchten, an den Protesten gegen den rassistischen und sexistischen Normalzustand. Wir rufen schon jetzt dazu auf, auch nächstes Jahr wieder nach Neuss zu kommen, wenn die Demonstration gegen den hiesigen Frauenabschiebeknast zum 10. Mal stattfinden wird.“

Bildergalerie Antira-Demo

Antirassistische Demonstration am 29. November 2008 in Neuss

Frauenaktionstag im Abschiebestaat BRD

Auch in diesem Jahr steht der 25. November weltweit im Zeichen des Kampfes um Befreiung von Formen gegen Frauen gerichteter Gewalt.

Diese Tradition geht zurück auf das Schicksal dreier Frauen, die 1960 in der Dominikanischen Republik nach einem Besuch politischer Gefangener von Schergen des Trujillo-Regimes vergewaltigt und ermordet wurden. Der 1982 von lateinamerikanischen Aktivistinnen eingeführte Internationale Frauenaktionstag sollte der hiesigen Linken als Anlass dienen, Stellung gegen institutionellen und gesellschaftlichen Sexismus in der BRD zu beziehen. Hiervon betroffen sind beispielsweise in die Mühlen der rassistischen Abschiebepraxis geratene Migrantinnen.
An wenigen Orten in der BRD wird dies ähnlich deutlich wie im niederrheinischen Neuss, wo seit 1993 der bundesweit einzige Frauenabschiebeknast in Betrieb ist. Derzeit sind in der JVA an der Grünstraße mitten in der Neusser Innenstadt circa 20 von Abschiebung bedrohte Frauen inhaftiert. Abschiebehaft bedeutet für die bis zu 18 Monate lang Inhaftierten ein “Leben” hinter Mauern und Sicherheitsdraht, bewacht von bewaffnetem JVA-Personal. Der psychische Druck, der hier auf die Frauen ausgeübt wird, ist schier unvorstellbar. » …den ganzen Aufruf zur Demonstration lesen.

Den sexistischen und rassistischen Normalzustand brechen! Staatlichen Rassismus bekämpfen!

29. November - 14 Uhr - Marienkirchplatz (Hauptausgang Hbf Neuss)

» Materialien zum Abschiebeknast

Kein Vergeben - Kein Vergessen!

Aufruf zur antifaschistischen Gedenkdemonstration anlässlich des 70. Jahrestages der Reichspogromnacht am 09. November 2008 in Leverkusen

Unter dem Motto “Kein Vergeben - Kein Vergessen!” wollen wir auch in diesem Jahr den Opfern der Gräueltaten der euphemistisch “Reichskristallnacht” genannten Ausschreitungen gedenken.
Der 09. November 1938 mit seinen Pogromen ist ein Symbol für faschistischen und antisemitischen Terror, der von der großen Mehrheit der Bevölkerung aktiv unterstützt oder zumindest toleriert wurde. Er ist der Beginn von Deportation, Zwangsarbeit und industriellem Massenmord an Millionen Menschen jüdischen Glaubens.
Es liegt an uns, den Opfern des Nationalsozialismus, die verfolgt und ermordet wurden, zu gedenken; um sich die “Einzigartigkeit” der Shoa in Erinnerung zu rufen und dafür zu sorgen, dass sich Derartiges nicht wiederholen kann.
Dazu gehört auch, den Neonazis, die sich positiv auf den Nationalsozialismus beziehen, die den millionenfachen Massenmord relativieren oder leugnen, selbsternannten Bürgerbewegungen die auf Ausgrenzung bauen, und allen die Antisemitismus und rassistische Hetze verbreiten oder sie verharmlosen entschieden entgegenzutreten.
Gleichzeitig wollen wir den allgegenwärtigen Neonazi-Terror thematisieren, da es im letzten Jahr mehrfach zu gewaltsamen Übergriffen auf “Andersdenkende” durch Neonazis kam.Parallel dazu versucht die rechtspopulistische “Bürgerbewegung pro NRW” in Leverkusen Fuß zu fassen, und rassistische Vorurteile unter anderem durch Infostände zu etablieren. Lasst uns deshalb gemeinsam ein deutliches Zeichen gegen den alltäglichen Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus setzen!

Nie wieder Faschismus - Nie wieder Krieg!

Kommt zur antifaschistischen Gedenkdemonstration am 09.11.2008 um 18:00 Uhr in der Bahnhofstraße in Leverkusen-Opladen

Treffpunkt Düsseldorf: 16:40 Uhr Ufa Kino/HBF

» weitere Informationen

Fiesta Latinoamericana

RassistInnenkongress in Köln gestoppt!

RassistInnen blockiert!

Eine vorläufige Einschätzung der Ereignisse in Köln sowie eine kleine Presseschau
findet Ihr unter anderem hier:

www.antifa-kok.de

RassistInnenkongress in Köln verhindern!

Vom 19. bis 21. September 2008 wollen RassistInnen und NeofaschistInnen aus ganz Europa in Köln einen so genannten „Anti-Islamisierungs-Kongress“ durchführen. Auf Einladung der selbsternannten „Bürgerbewegung pro Köln“ wollen bis zu 1000 Rechte verschiedenster Couleur (vom klassischen Neonazi bis hin zu Rechtskonservativen) unter dem Deckmantel einer vermeintlichen Islamkritik ihre Propaganda gegen Menschen anderer Herkunft und Religion verbreiten.
Aus der ganzen Region wird dagegen mobil gemacht. Mit breit getragenen Massenblockaden will das Bündnis den Kongress verhindern. Des weiteren wird es im Vorfeld zwei Kongresse von linker Seite zum Thema geben, und in Düsseldorf und dem Umland diverse Veranstaltungen und Aktionstrainings geben.

Mobi-Überblick » “Gegenaktivitäten zum “Anti-Islam-Kongress”

Mobi-Seiten » hingesetzt.mobi & antifa-mobi-blog

Mobi-Videos » Antifaschist Klaus & Antifa News

Haltet euch auf dem Laufenden! Streicht euch das Wochenende im Kalendar rot an! “PatriotInnen” verjagen!

++UPDATE++

Gemeinsame Anreise ab Düsseldorf:

Treffpunkt: Samstag, 20.09. um 09:30 Uhr vor dem Ufa-Palast Hbf - Düsseldorf. Bitte seid pünktlich. Der Zug fährt um 09:40 Uhr auf Gleis 16 ab.

Abfahrt Neuss (Fr. & Sa.) auf Anfrage.

Erfolgreicher antirassistischer Aktionstag in Neuss

Am Samstag, dem 30. August 2008, wurde im Rahmen der internationalen Kampagne „Tag ohne Abschiebung“ auch vor dem bundesweit einzigen Frauenabschiebeknast auf der Grünstraße in Neuss demonstriert. Mindestens 250 Menschen setzten im Laufe des von 15 bis 24 Uhr andauernden Aktionstages ein deutliches Zeichen gegen staatlichen und gesellschaftlichen Rassismus. Sie erwartete ein buntes Programm, das u. a. Redebeiträge, eine Ausstellung, Live-Musik und einen Kabarett-Auftritt umfasste. Im Zuge parallel stattfindender dezentraler Aktionen wurden auch die BesucherInnen des Neusser Schützenfestes über die Situation der in Neuss unter inakzeptablen Bedingungen inhaftierten Frauen sowie die menschenverachtende Flüchtlingspolitik, die allein an den EU-Außengrenzen 2007 etwa 2000 Todesopfer forderte, informiert.
Der Aktionstag verlief in einer entspannten, aber kämpferischen, von Solidarität mit Flüchtlingen überall auf der Welt geprägten Atmosphäre. Die InitiatorInnen werten die Veranstaltung als Erfolg und kündigen an, dass sie nicht die letzte dieser Art in Neuss bleiben wird.

Neuss: Antirassistischer Aktionstag am 30. August 2008

Antirassistischer Aktionstag in Neuss am 30. August 2008

Am Samstag, dem 30. August 2008, werden im deutschsprachigen Raum vielerorts unter dem Motto „Tag ohne Abschiebung“ dezentrale Aktionen stattfinden.
Das Ziel besteht darin, durch Demonstrationen, Blockaden, Ämterbesuche und Formen kreativen Protestes Sand ins Getriebe des menschenverachtenden Abschiebeapparates zu streuen und den Blick auf die rassistischen Schikanen und Angriffe von Behörden, Polizei und Neonazis zu lenken.

Der Aktionstag reiht sich ein in die Kämpfe gegen die paramilitärische Abschottung der Festung Europa, an deren Außengrenzen allein im Jahr 2007 knapp 2000 Flüchtlinge ihr Leben ließen. Sie richtet sich gegen den rassistischen Normalzustand, in dem verzweifelte und schutzbedürftige Menschen kriminalisiert, gejagt, bis zu 18 Monate lang in Abschiebehaft gehalten und häufig in den sicheren Tod deportiert werden.

Der 30. August wurde als symbolisches Datum für die inhumane Migrationspolitik der BRD gewählt. So starb etwa am 30. August 1999 der Abschiebehäftling Rachid Sbaai in einer Arrestzelle der JVA Büren qualvoll an einer Rauchvergiftung.

Auch in Neuss besteht die Möglichkeit, am 30. August 2008 ein Zeichen gegen staatlichen und gesellschaftlichen Rassismus zu setzen und sich mit den Opfern des Abschiebesystems solidarisch zu erklären. In der BRD gibt es wenige Orte, die dazu geeigneter wären als die Neusser Grünstraße, wo seit 1993 der bundesweit einzige Abschiebeknast für Frauen betrieben wird.

Im Rahmen eines Aktionstages wollen wir daher von 15:00 bis 00:00 Uhr unmittelbar vor dem Abschiebeknast auf die Situation von MigrantInnen aufmerksam machen. Das Angebot wird von Menschen und Gruppen aus unterschiedlichsten gesellschaftlichen Zusammenhängen gestaltet und umfasst u. a. Vorträge, Live-Musik und subversive Spiele.

Macht den 30. August 2008 zum Tag ohne Abschiebung! Kommt zum Neusser Abschiebeknast und setzt ein Zeichen gegen staatlichen und gesellschaftlichen Rassismus!

Aktualisierte Informationen findet Ihr unter:

www.toaneuss.blogsport.de

Extrem rechte Kundgebung vor dem Landtag in Düsseldorf?!

Bereits seit Anfang August 2008 wird auf der Homepage der neonazistischen “Aktionsfront Meerbusch” auf eine Kundgebung der in Düren ansässigen “Schutzgemeinschaft ‘Deutsche Heimat’ der Deutschen aus Rußland e.V.” hingewiesen. Diese Kundgebung soll am 23. August ab 12.00 Uhr vor dem Landtag in Düsseldorf unter dem Motto “Gegen die Fälschung der Geschichte der Rußlanddeutschen” stattfinden.
Die “Aktionsfront Meerbusch”, die dem Spektrum der NPD-nahen “Freien Kameradschaften” angehört, ruft “Jeden, der irgend kann” zur Unterstützung der Kundgebung auf. Auch die NPD drückt auf der Homepage ihres Bundesverbandes ihre Solidarität mit dem Anliegen der “Schutzgemeinschaft” und deren Kundgebung aus.

Antifa kündigt Proteste an

Öffentliche Aktionen der extremen Rechten dürfen nicht unbeantwortet bleiben. Wo auch immer sich NPD und andere extrem rechte Organisationen in Düsseldorf und der Umgebung zeigen, werden wir vor Ort sein.

Treffpunkt für Gegenaktivitäten:

Haltestelle Landtag/Kniebrücke, Düsseldorf
Samstag, 23.8.2008, 11:30 Uhr

Gemeinsam gegen staatliche Repression

Nachdem am 13. Oktober 2007 die extreme Rechte in Neuss (NRW) aufmarschiert war, kam es am 26. Juni 2008 zu einem Prozess gegen einen Antifaschisten im Amtsgericht Neuss. Der Vorwurf lautete auf versuchte einfache Körperverletzung. Schon vor Prozessbeginn hatten sich etwa dreißig solidarische Menschen zu einem Soli-Brunch vor dem Amtsgericht eingefunden. Neben veganem Essen wurde vor und um das Amtsgericht herum Infomaterial verteilt.

Die Sprecherin des „Solidaritätskomitees 26. Juni“ erklärte zu dem Prozess:

„Die staatliche Repression, der sich im Oktober letzten Jahres linke DemonstrantInnen ausgesetzt sahen, fand nun vor Gericht ihre Fortsetzung. Das der erste Aufmarsch der extremen Rechten in Neuss nach dem Ende des Deutschen Faschismus etwa 70 Ingewahrsamnahmen zu Folge hatte, zeigt, was Polizei und Justiz von antifaschistischen Protesten in Hör- und Sichtweite neonazistischer Hetzveranstaltungen halten. Wie üblich wurden im Rahmen des Prozesses konstruierte Anklagen unter Verweis auf widersprüchliche Aussagen polizeilicher Zeugen durchgewunken. Nichtsdestotrotz werden es sich AntifaschistInnen auch weiterhin nicht nehmen lassen, ihren legitimen Protest gegen Neonazi-Aktivitäten und staatliche Repression klar und deutlich zum Ausdruck zu bringen. Denn gemeint sind wir alle!“

externer Prozessbericht

Gemeint sind wir alle: Soli-Brunch am 26. Juni 2008 um 12.00 Uhr vor dem Amtsgericht Neuss!

Am Donnerstag, dem 26. Juni 2008, wird es ab 13.30 Uhr vor dem Neusser Amtsgericht zu einem Verfahren gegen einen Antifaschisten kommen.

Hintergrund des Prozesses sind Geschehnisse, die sich vergangenen Oktober am Rande der Neonazi-Demo in Neuss abspielten: Der Angeklagte wollte seinem legitimen Protest in Hör- und Sichtweite des braunen Aufmarsches Ausdruck verleihen. Wie hunderte weitere AntifaschistInnen wurde er hieran von einem massiven Polizeiaufgebot gewaltsam gehindert. Schmerzhafte Verletzungen waren die Folge. Zu allem Überfluss soll sein Eintreten gegen den ersten Nazi-Aufzug in Neuss seit dem Ende des „Dritten Reiches“ nun auch noch kriminalisiert werden! Die gegen ihn in Gang gesetzte Repression gipfelt in einer hohen Schadensersatzforderung aufgrund der Schäden an einem PKW. Verursacht wurden diese durch brutale Einsatzkräfte, die den Betroffenen bei seiner Ingewahrsamnahme auf die Motorhaube des Fahrzeugs schleuderten. Auch die auf strafrechtlicher Ebene erhobenen Vorwürfe zielen offenkundig darauf ab, ein Exempel gegen antifaschistisches Engagement zu statuieren.

Der angeklagte Antifaschist benötigt nun unsere moralische Unterstützung. Zeigen wir sie ihm durch zahlreiches Erscheinen bei seinem Prozess. Für das leibliche Wohl antifaschistischer ProzessbeobachterInnen wird eine UnterstützerInnen-Gruppe ab 12.00 Uhr vor dem Neusser Amtsgericht im Rahmen eines Soli-Brunches sorgen!

Wegbeschreibung zum Amtsgericht

Gemeint sind wir alle: Soli-Party am 7. 6. 2008 in Neuss!

Am Samstag, dem 7. Juni 2008, heißt es ab 19.30 Uhr im Neusser Haus der Jugend, Hamtorwall 18, „Beat for Justice“. Der Abend bietet jede Menge Live-Musik, verschiedene DJ´s und preiswerte Getränke.

Antifaschistische Gedenkdemo in Solingen am 31. Mai 2008

15 Jahre nach dem Solinger Brandanschlag:
Widerstand gegen Rassismus und Neofaschismus notwendiger denn je

Der rassistische Brandanschlag von Solingen geschah vor 15 Jahren. Saime Genç wäre heute 19 Jahre, Hülya Genç 24 Jahre, Gülüstan Öztürk 27 Jahre, Hatice Genç 33 Jahre und Gürsün Ince 42 Jahre alt. Wie die fünf Mädchen und Frauen heute leben würden, weiß niemand, dass sie aber in diesem Land, in dieser Stadt ohne Angst leben würden, ist zu bezweifeln. Wie groß die Angst von MigrantInnen vor Anschlägen nach wie vor ist, erfahren wir wieder angesichts der jüngsten Brände in von MigrantInnen bewohnten Wohnhäusern. Dass diese Angst nicht unbegründet ist, zeigt die Tatsache, dass 136 Todesopfer rechtsextremistischer Gewalt seit 1990 in Deutschland verzeichnet werden, weitere Anschläge geschehen und „ausländerfreie Zonen“ geduldet werden!

Der Solinger Brandanschlag von 1993 war nach den Morden von Hoyerswerda, Rostock, Mölln, Lübeck und Hünxe der entsetzliche Höhepunkt einer Welle von rassistischen Pogromen gegen Menschen ausländischer Herkunft in unserem Land. Nach der Wiedervereinigung 1990 wurde durch eine massive mediale und politische Hetze gegen AsylbewerberInnen das Klima des Zusammenlebens vergiftet. Die von der CDU eingeleitete „Asylkampagne“ endete wenige Tage vor dem Solinger Brandanschlag am 26. Mai 1993 mit der faktischen Abschaffung des Asylrechtes durch eine Änderung des Grundgesetzes.

Gedenkkundgebung zum 15. Jahrestag
des Brandanschlags in Solingen
am Donnerstag, dem 29. Mai 2008, um 19.00 Uhr
in Solingen-Mitte, Untere Wernerstraße / Ecke Schweizer Straße.

Demonstration “15 Jahre danach:
Rassismus und Neofaschismus bekämpfen!”
am Samstag, dem 31. Mai 2008, um 12.00 Uhr
ab Solingen-Mitte, Mühlenplatz.

Mobilisierungsseite mit vollständigem Aufruf (deutsch und türkisch)

Erfolgreicher und vielfältiger Protest gegen Nazi-Kundgebung

Kein Platz für Nazis!

Erfolgreicher und vielfältiger antifaschistischer Protest: Über 450 auf Kundgebung +++ Extreme Rechte blamiert sich +++ völlig übertriebener Polizeieinsatz

Das Bündnis “Kein Platz für Nazis” zieht eine positive Bilanz der Gegenaktivitäten gegen die Kundgebung der extremen Rechte zu Ehren des Freikorpskämpfers und Rechtsterroristen Albert Leo Schlageter vor dem 39er Denkmal am Reeser Platz.

“Wir waren laut - unser Protest war für alle sichtbar und nicht zu überhören, auch wenn die Polizei das nicht so wollte”, so die Sprecherin des Bündnisses, Sara Lauter.

Mehrfach ist es Menschen zudem gelungen, die Kundgebung der extremen Rechten empfindlich zu stören. Einige hatten sich gewaltfrei Zugang zu der Kundgebung verschafft und dort ihren Protest ausgedrückt. Über 450 Menschen nahmen zeitgleich auf der nahegelegen Wiese an der Gegenkundgebung des Bündnisses teil und drückten lautstark ihren Protest aus.

Nicht zuletzt aufgrund der Ankündigung von Gegenaktionen nahmen nur 32 Personen an der extrem rechten Kundgebung teil, unter ihnen auch Joachim Schäfer, ein verurteilter Auschwitzleugner aus Meerbusch, sowie diverse NPD-Funktionäre und -Aktivisten, wie das ehemalige NPD-Bundesvorstandsmitglied Martin Laus, heute NPD-Kreisvorsitzender Düsseldorf/Mettmann. Für die Lautsprechertechnik zuständig war der Frontmann der neonazistischen RechtsRock-Band “Oidoxie”, Marko Gottschalk aus Dortmund, der dem Spektrum der neonazistischen “Freien Kameradschaften” angehört.. Der Anmelder Björn Clemens hatte diesen zuletzt in einem Strafverfahren, u.a. wegen Volksverhetzung, verteidigt.

Nach Ende der Kundgebungen kam es für die Nazis zu erheblichen Verzögerungen bei der Abreise. Zuerst weigerten sich die Fahrer der angeforderten Taxis, die Neonazis zu transportieren, danach wurde mehrfach deren Abreise blockiert.

Vollständige Pressemitteilung des Bündnisses

Erklärung des Ermittlungsausschusses

Infoveranstaltung zu “pro NRW”

„Rechtspopulismus in Gestalt einer `Bürgerbewegung´– Pro NRW auf dem Weg in die Parlamente?“

Dienstag, den 13.Mai 2008 um 19:00 Uhr | “Alte Schmiede” in Neuss

(Die Alte Schmiede befindet sich auf der Michaelstraße, Eingang 6, ehemals Alte Feuerwache, Rathaus Innenhof).

Informations- und Diskussionsveranstaltung mit einem Referenten des “Antirassistischen Bildungsforum Rheinland” (ABR).

Veranstalter:

Bündnis “Neuss gegen Rechts”
Ver.di Ortsverein Neuss / Rhein-Kreis Neuss

Die Veranstalter behalten es sich vor den Zutritt für einzelne Personen insbesondere Mitglieder und Anhänger rechtspopulistischer bzw. extrem rechter Parteien und Organisationen wie NPD, “Pro NRW”, Rep, der „Freien Kameradschaften“ und anderen zu verwehren oder des Saales zu verweisen (nach § 6, VersG).

Versammlungsgesetz

2. Abschnitt - Öffentliche Versammlungen in geschlossenen Räumen (§§ 5 - 13)

§ 6

(1) Bestimmte Personen oder Personenkreise können in der Einladung von der Teilnahme an einer Versammlung ausgeschlossen werden.

Rede zum ersten Mai

Wir stehen heute hier an den Gräbern der beiden ermordeten Widerstandskämpfer Hermann Düllgen und August Höhfeld, um ihrer zu gedenken und uns von ihnen mahnen zu lassen. Sie wurden ermordet, weil sie ihr Leben nicht in einem Unrechtsstaat leben wollten und konnten.
Ihr Kampf war der Kampf gegen Unterdrückung, Unmenschlichkeit, Gewalt und Hass. Ihnen und allen Menschen, die sich gegen den Faschismus stellten, gilt unsere Bewunderung. Ihren Kampf gilt es solange fortzuführen, bis der Faschismus mit all seinen Wurzeln vernichtet ist.
Unsere Solidarität geht auch an die Genossinnen und Genossen, Freundinnen und Freunde, die sich entschlossen haben, heute den Naziaufmarsch in Hamburg und Nürnberg zu verhindern.
Auch im Rhein-Kreis Neuss formieren sich seit etlicher Zeit Gruppen, welche der neonazistischen Szene zuzuordnen sind. Seien es „NPD“, „Freie Nationalisten“ oder „Pro NRW“, sie haben ein Ziel gemein, den Hass gegen Minderheiten zu schüren und ihre menschenverachtende Ideologie in den Köpfen der Bevölkerung zu verankern.
Zwar ist es uns größtenteils gelungen, ihre Bestrebungen nach Aufmerksamkeit zu verhindern, trotzdem werden sie nichts unversucht lassen, in der Öffentlichkeit Fuß zu fassen. Sei es durch Demonstrationen, Mahnwachen, Flugblattverteilung und anderes Propagandamaterial oder aber durch die anstehenden Kommunalwahlen. All dies gilt es zu verhindern. Den Kampf gegen Neofaschismus zu führen und zu stärken, ist unsere Pflicht. Dies sind wir denen schuldig, die für den Antifaschismus und den Kampf um Frieden und Freiheit ihr Leben gelassen haben.

Der Schwur von Buchenwald soll unser aller Leitsatz sein:

„Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht. Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel. Das sind wir unseren gemordeten Kameraden und ihren Angehörigen schuldig.“

Gedenkfeier für die Neusser WiderstandskämpferInnen

An dieser Stelle dokumentieren wir die Einladung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/ Bund der AntifaschistInnen(VVN/BdA) Kreisvereinigung Neuss zu der Gedenkfeier für die Neusser WiderstandskämpferInnen von 1933 bis 1945 am 1. Mai 2008:

Vor 75 Jahren, am 30. Januar 1933, begann mit der Übertragung der Regierungsgewalt an Adolf Hitler die faschistische Herrschaft in Deutschland. Nach dem Reichstagsbrand vom 27./28. Februar wurden überall im Deutschen Reich erst Kommunisten, dann Sozialdemokraten und Gewerkschafter und andere Gegner der Nazi-Diktatur in die Illegalität gedrängt, verhaftet und verfolgt. Unter den ersten Verhafteten waren in Neuss Hermann Düllgen (KPD) und Franz Sistemich (SPD).
Der Terror der Nazis richtete sich in den Anfangsjahren des NS-Regimes in erster Linie gegen die Arbeiterbewegung. Der 1. Mai 1933 stand schon ganz unter dem Zeichen der faschistischen Propaganda. In Neuss sprach auf der befohlenen „Kundgebung“, neben anderen Vertretern des neuen Regimes, der Kreisleiter der NSDAP. Unter anderem war ein 115-köpfiger SA-Sturm der Firma Bauer & Schaurte - mit dem Firmeninhaber an der Spitze - angetreten.
Am 2. Mai 1933 stürmten SA und Polizei in Neuss wie überall im Reich die Gewerkschaftshäuser, die Gewerkschaften wurden zerschlagen, ihre Funktionäre verhaftet und ihr Vermögen beschlagnahmt.

Vor dem Hintergrund dieses historischen Datums lädt die VVN/BdA Kreisvereinigung Neuss

am 1. Mai 2008 um 9:00 Uhr auf dem Neusser Hauptfriedhof an den Gräbern von Hermann Düllgen und August Höhfeld zu einer Gedenkfeier zu Ehren der Neusser Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfer ein.

Hermann Düllgen, geboren am 24.1.1900, KPD-Mitglied und Stadtrat, ruft 1933 nach der Machtübertragung an die Nationalsozialisten zum gemeinsamen Handeln der Arbeiterparteien gegen das NS-Regime auf. Trotz mehrfacher Verhaftungen und KZ-Haft gibt er den Widerstand nicht auf. Am 27.10.1944 wird er in Frankfurt/Main hingerichtet.

August Höhfeld, geboren am 13.2.1893 in Neuss. Der parteilose Zimmermann August Höhfeld wohnt zunächst in der Goethestraße. Er ist Nazigegner und sympathisiert mit den Kommunisten. Der Krieg geht ins fünfte Jahr und kommt auf Deutschland zurück. Höhfeld selbst ist ausgebombt und lebt inzwischen in einer Notwohnung am Berghäuschensweg.
In der Stadt, vor einer Runde ihm bekannter Leute, sagt er, was er von dem „Führer“ und seinem Krieg hält. Ein Denunziant zeigt ihn an. Die Gestapo verhaftet ihn, bringt ihn in das Düsseldorfer Gefängnis „Ulmer Höhe“. Dort wird er täglich verprügelt. Am 13.5 1944 ist er tot. Seiner Frau wir mitgeteilt, ihr Mann habe sich erhängt. Die Frau setzt die Überführung des Leichnams auf den Friedhof in Neuss durch. Freunde stellen fest: Höhfeld hat sich nicht erhängt. Er ist erschossen worden.

Rechtspopulisten von „pro NRW“ gründen Kreisverband in Dormagen

Rechtspopulisten von „pro NRW“ gründen Kreisverband in Dormagen

Nachdem bereits am 25. März 2007 in Dormagen–Nievenheim eine Propagandaveranstaltung von „pro NRW“ nur unter dem Protest von etwa 200 AntifaschistInnen stattfinden konnte, hat sich vor kurzem, wie üblich konspirativ, ein Kreisverband Neuss der rechtspopulistischen „Bürgerbewegung pro NRW“ in Dormagen gegründet. Erklärtes Ziel des „pro Köln“–Ablegers ist dem Nievenheimer Kreisvorsitzenden und Ex-Republikaner Daniel Schöppe zufolge „Der Einzug in Fraktionsstärke in den nächsten Dormagener Stadtrat […]“
Im Hinblick auf vergangene Aktivitäten, wie der bereits genannten Veranstaltung im März letzten Jahres in einer Nievenheimer Gaststätte, wird deutlich, dass die häufig betonte „Bürgernähe“ von „pro NRW“ nur ein Täuschungsversuch ist, um eine tiefe Verwurzelung innerhalb der Neonazi-Szene zu kaschieren. So liest sich die Liste der Unterstützer bzw. Anwesenden wie ein „who is who“ der extremen Rechten:
Erwähnt sei etwa der Rechtsanwalt und “pro NRW”-Vorsitzende Markus Beisicht, einst Bundes- und Landesfunktionär der neofaschistischen Sammlungsbewegung “Deutsche Liga für Volk und Heimat“ (DLVH).
Als Referent trat Harald Neubauer in Erscheinung. Neubauer ist Mitherausgeber der 1951 von Alt-Nazis gegründeten Zeitschrift „Nation & Europa“ (Coburg), die auch von der „pro Köln“-Jugendzeitung „OBJEKTIV“ beworben wird. Er war in den 80er Jahren die rechte Hand des Republikaner-Bundesvorsitzenden und früheren Waffen-SS-Mannes Franz Schönhuber. Anfang der 90er wechselte Neubauer - wie auch Beisicht - zur neu gegründeten “Deutschen Liga für Volk und Heimat“. 2005 kandidierte er als Parteiloser auf Platz 2 der Landesliste der NPD Sachsen zur Bundestagswahl.
Ebenfalls mit im Boot: Der Düsseldorfer Rechtsanwalt Björn Clemens (39), vor geraumer Zeit noch stellvertretender Bundesvorsitzender der Republikaner. Clemens trat bei den Republikanern für eine Öffnung in Richtung DVU und NPD ein und leitete am 5. Februar 2007 die Gründungsversammlung der „Bürgerbewegung pro Nordrhein-Westfalen“.
Nicht zu vergessen Manfred Rouhs, der vor seinen Aktivitäten für das rechtspopulistische “pro”-Netzwerk ebenfalls in diversen Neonazi-Zusammenhängen aktiv war. Von 1985 bis 1987 war Rouhs Vorsitzender der NPD-Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten (JN) in NRW. Eine weitere Station seiner „Karriere“ war ebenfalls die “Deutsche Liga für Volk und Heimat“, für die Rouhs bis 1994 im Kölner Stadtrat saß. Derzeit ist er Schatzmeister und Fraktionsgeschäftsführer der „Bürgerbewegung pro Köln“ und Bundesvorsitzender der „Bürgerbewegung pro Deutschland“.

Wie schon in der Vergangenheit erfolgt, sollte nun der Druck auf Rechtspopulisten wie „pro Köln”, „pro NRW“ oder „pro sonst was“ verstärkt werden. Ob öffentlichkeitswirksame Aktionen oder Liebe zum Detail, Aufklärung und Widerstand sind notwendig.

Brauner Propaganda konsequent entgegentreten - Rassismus stoppen!

Zwangsarbeit in Neuss während des Zweiten Weltkrieges

Zwangsarbeit in Neuss

Neusser Historiker hatten es schwer. Sie liebten ihre Vaterstadt, die sie vor allen Angriffen, insbesondere von linken NestbeschmutzerInnen, schützen wollten. So wurde die lokale Geschichte von 1933 bis 1945 korrigiert, gefälscht, ausgeblendet, glorifiziert, was das Zeug hielt. Hakenkreuze wurden aus dem Stadtbild wegretuschiert, die unschuldige Stadt war “Opfer” von Bombenangriffen, der Pfarrer von St. Quirin maßregelte die Nazi-Größen.
Seit ca. 20 Jahren ist alles anders. Neusser WiderstandskämpferInnen werden geehrt, dass es auch in Neuss den Juden an den Kragen ging, durfte Stefan Rohrbacher in einem Buch behaupten, und auf alten Fotos erkennt man: Zu den hohen lokalen und nationalen Festen war auch Neuss mit den damals üblichen Flaggen geschmückt.
Und nun noch das: Die Stadt Neuss hat eine Untersuchung zur Zwangsarbeit in Neuss während der Zeit des Hitlerfaschismus in Auftrag gegeben. Die Historiker Christoph Roolf aus Düsseldorf und Dr. Andrea Niewerth aus Gladbeck haben sich dieser Arbeit gewidmet und schonungslos diesen Teil des Hitlerfaschismus in Neuss begutachtet.
In fast allen kommunalen Einrichtungen, in der Landwirtschaft, der Industrie, im Handwerk und Einzelhandel wurden Kriegsgefangene und ausländische ZivilarbeiterInnen beschäftigt. Dabei durfte der Arbeitsamtsbezirk Neuss innerhalb des Landesarbeitsamtes Rheinland, der sich von Aachen über Köln nach Düsseldorf und Essen erstreckte, mit knapp einem Drittel ZwangsarbeiterInnen aller in Neuss und Umgebung Beschäftigten die absolute Spitzenposition einnehmen. Verstreut auf dem gesamten Stadtgebiet gab es Zwangsarbeiterlager, die entweder von der Stadt, den Großindustriellen oder einem Verbund von kleineren Unternehmern eingerichtet und geführt wurden.
Ausführlich beschreiben Niewerth und Roolf die Lebens- und Arbeitsbedingungen der ZwangsarbeiterInnen. Dass es um diese nicht besonders rosig bestellt war, war nicht nur den besonderen Kriegsbedingungen und der rassistischen Umgangsweise geschuldet. Die nüchternen Kalkulationen der Unternehmer taten das Ihrige. So empörten sich Neusser Gewinnmaximierer über die “hohen Kosten für die Errichtung und Unterhaltung von Zwangsarbeiterlagern”. Die Autoren des Buches finden aber die Aufregung der Unternehmerschaft nicht so recht glaubwürdig: “Vielmehr wird hierbei die grundsätzliche Haltung der Betriebe deutlich, die allein an einer reibungslosen und dauernden Ausnutzung der ausländischen Arbeiter mit dem geringst möglichen eigenen Aufwand interessiert waren.” (S. 90) - Kapitalismus as usual.
Niewerth und Roolf beschreiben nicht nur das Los der Opfer nationalsozialistischer Wirtschaftspolitik in Neuss, sie benennen auch die Täter. Neben vielen anderen hochrangigen Neusser Personen, die vor allem in der Nachkriegszeit in der Wirtschaft, Politik und der Pflege des bürgerlichen Gemeinwesens Ruhm und Anerkennung ernteten, wird Dr. Adolf Flecken hervorgehoben. Er organisierte emsig den Einsatz der ZwangsarbeiterInnen in Neuss und hatte immer ein offenes Ohr für die Sorgen der Unternehmerschaft. Dass er nach Kriegsende bei seiner Qualifikation nahtlos Geschäftsführer der Wirtschaftskammer Neuss blieb, Neusser Stadtverordneter wurde, für die CDU in den Landtag zog und ihm zu Ehren eine Straße benannt wurde, ist daher nicht verwunderlich.
Wer sich für Lokalgeschichte im Nationalsozialismus interessiert, bekommt mit dieser Schrift Informationen - systematisch aufgearbeitet - in Hülle und Fülle und kann, wenn es ihm um die Erklärung faschistischer (Wirtschafts)Politik geht, herausfinden, dass die Benutzung des Menschen als Mittel der Politik und der Gewinnproduktion bei allen unterschiedlichen Erscheinungsformen die Gemeinsamkeit von demokratischer Marktwirtschaft und faschistischer Ökonomie bildet.
Aber was hat die Neusser Oberen getrieben, diesen Schandfleck der Lokalgeschichte dem Publikum zugänglich zu machen? Es waren nicht nur die linken Nagetiere, die das stolze Neusser Selbstbild anknabberten und auf Richtigstellung drängten.
Moderne Politiker haben sich selbstbewusst von den “Fesseln der Vergangenheit” befreit. Sie verspüren nicht mehr berechnend Schmach und Schande, wenn sie zurückblicken, sondern den Auftrag, zu neuer nationaler Größe zurückzufinden. Ob die Verteidigung deutscher Interessen am Hindukusch ansteht oder ein neues Auschwitz auf dem Balkan verhindert werden soll, ob Arbeitslose verstärkt gegängelt werden müssen oder der Umgang mit unerwünschten AusländerInnen noch kompromissloser vonstatten gehen soll - die heroischen Taten deutscher PolitikerInnen bedürfen einer historischen Rechtfertigung. Und so wird je nach Bedarf die Geschichte neu zusammengestrickt, damit der Untertan hierzulande oder weltweit seinen elenden Status als notwendiges Resultat einer geschichtlichen Mission ansieht. HistorikerInnen haben nicht nur die Erlaubnis, sondern auch den Auftrag bekommen, in diesem Sinne die deutsche Geschichte - auch im lokalen Rahmen - mal etwas anders zu betrachten.

HENRICI

Rezension zu:

Andrea Niewerth und Christoph Roolf: Zwangsarbeit in Neuss während des Zweiten Weltkrieges (1939-1945).
Dokumentationen 7. Stadtarchiv Neuss 2005. ISBN 3-9229980-80-5

Quelle: TERZ 03.08 - STORE : books

Repression nach dem Naziaufmarsch in Neuss am 13.10.2007

Repression nach dem Naziaufmarsch in Neuss am 13.10.2007

Offenbar sind nun die ersten Ermittlungsverfahren gegen AntifaschistInnen eingeleitet worden. Vom Staatsschutz der Kölner Polizei wurden Anhörungsbögen mit der Aufforderung verschickt, sich dort zu einer Beschuldigtenvernehmung wegen „Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte“ einzufinden. Bezug genommen wird dabei auf die Versuche von kleinen Gruppen, im Anschluss an die antifaschistische Bündnisdemo auf die Route der Nazis zu gelangen. Auch beim Polizeilichen Staatsschutz in Düsseldorf werden Ermittlungen geführt.
Die Polizei des Kreises Neuss fordert gar von einem Antifaschisten Schadensersatz in Höhe von 950,– Euro wegen der beschädigten Motorhaube eines PKW. Verbeult wurde diese bei der Ingewahrsamnahme des Betroffenen, der von der Polizei brutal auf das Fahrzeug geworfen wurde. Dann wurde er gefesselt und mit dem Kopf auf den Boden gestoßen, wobei er sich Verletzungen zuzog. Aus diesem Grund hat er nun selbst gegen die Polizeibeamten Strafanzeige wegen Körperverletzung im Amt erstattet und macht Schmerzensgeldansprüche geltend.
Denen, die nun in der nächsten Zeit Post von der Polizei erhalten, sei dringend geraten, keinerlei Aussagen zu machen. Vor allem sollten Anhörungstermine nicht wahrgenommen werden. Diejenigen, die Strafbefehle bekommen, sollten die Vorgehensweise in ihren Gruppen oder mit Personen ihres Vertrauens diskutieren. Gegen die Strafbefehle kann innerhalb von zwei Wochen Einspruch erhoben werden. Spätestens, wenn eine Terminladung zur Hauptverhandlung zugeht, sollten sich die Genossinnen und Genossen um Rechtshilfe bemühen.

Meldet Euch, wenn Ihr Post bekommt etc., dann schauen wir gemeinsam weiter! Bei der Vermittlung von AnwältInnen können wir möglicherweise auch behilflich sein.

Solidarität muss praktisch werden!

Zur Deckung der anstehenden Kosten werden Spenden benötigt. Es werden Spenden auf das folgende Konto erbeten:

Rechtshilfeverein

Stichwort: Antifa
Kontonummer: 63007678
Bankleitzahl: 30050110
Stadtsparkasse Düsseldorf

“Auch die Vergangenheit ist Zukunft”

Freitag, den 14. 12. 2007|19.30 Uhr|Xantener Straße 7|Neuss
Eintritt: frei

Gustav Landauer: „Auch die Vergangenheit ist Zukunft“ - szenischer Vortrag der Libertären Gruppe Düsseldorf

Gustav Landauers utopisches Programm eines freiheitlich-sozialistischen Menschheitsbundes zählt zu den faszinierendsten Lehren, die der Anarchismus in Deutschland jemals hervorgebracht hat. Als personifizierter Gegenentwurf zum kaiserlichen Obrigkeitsstaat betrieb der sich selbst als „Antipolitiker“ begreifende Schriftsteller, Philosoph und Revolutionär eine schöpferische Aneignung höchst unterschiedlicher Denktraditionen und -richtungen. Zwei Mitglieder der Libertären Gruppe Düsseldorf unternehmen den Versuch einer Annäherung an Landauers einzigartige, zeitlos aktuelle Gedankenwelt. Der Schilderung zentraler Stationen und Aspekte seines Wirkens soll durch das Rezitieren originaler Textpassagen eine besondere Lebendigkeit verliehen werden. Hierbei kommen neben Landauer selbst auch diverse seiner WeggefährtInnen, unter denen sich literarische Größen wie Erich Mühsam, Ernst Toller und Oskar Maria Graf befanden, zu Wort.

Demonstration gegen den Frauenabschiebeknast in Neuss

Heute, am 24. November 2007, gingen mindestens 250 Menschen aus feministischen, antirassistischen und antifaschistischen Zusammenhängen anlässlich des „Internationalen Aktionstages gegen Gewalt gegen Frauen“ in Neuss auf die Straße.



Die Demonstration richtete sich gegen den bundesweit einzigen Frauenabschiebeknast, der sich seit 1993 auf der Neusser Grünstraße befindet. Der alleinige Grund für die Inhaftierung der dort festgehaltenen Frauen besteht in ihrer Migration in die BRD. Weil sie sich Angriffen auf ihre körperliche Unversehrtheit und ihr Selbstbestimmungsrecht als Frau nicht fügen wollten, verbringen die Migrantinnen bis zu 18 Monate ihres Lebens hinter hohen Mauern und Stahltoren, bewacht von bewaffnetem Justizvollzugspersonal, über ihr weiteres Schicksal weitgehend im Unklaren gelassen. Die eingeknasteten Frauen müssen mit der Angst und Ungewissheit leben, zu jeder Tages- und Nachtzeit abgeschoben zu werden. Vergangenes Jahr führte diese Tortur zum Suizid einer Gefangenen hier in Neuss!
Der Demonstrationszug zog direkt vor den Abschiebeknast, wo lautstark versucht wurde, den inhaftierten Frauen durch mehrsprachige Redebeiträge, Parolen und Sambaklänge ein wenig Mut und Kraft zu spenden. Im weiteren Verlauf drohte die Situation aufgrund am Straßenrand provozierender Neonazis kurzzeitig zu eskalieren. Nachdem die Faschisten das Weite gesucht und die alarmierte Einsatzhundertschaft sich beruhigt hatte, konnte die Demonstration jedoch wie geplant weiter durchgeführt werden.

Saskia Goldmann vom veranstaltenden „Aktionsbündnis für globale Bewegungsfreiheit“ zieht ein positives Resümee des Tages: „Durch unsere gut besuchte und entschlossene Demonstration, einen Infostand und weitere Aktivitäten konnten wir über die rassistische Abschiebepraxis, die für viele MigrantInnen die Deportation in für sie lebensgefährliche Verhältnisse bedeutet, informieren. Auch weiterhin werden wir für eine Welt ohne Grenzen und sexistische Ausbeutung kämpfen.“

Einen Redebeitrag zur Privatisierung von Abschiebeknästen findet ihr » hier

Und ein Video zur Knast-Demo könnt ihr euch » hier ansehen.

AntiFa-Soliparty in Neuss

Den sexistischen und rassistischen Normalzustand brechen!

Kampf dem sexistischen und rassistischen Normalzustand!

Die EU schottet sich nach außen hin immer weiter ab. Waren einstmals die direkten Grenzen der EU zu überwinden, um in der Festung Europa die Chance auf ein sichereres Leben zu erhalten, so werden diese immer weiter in die Herkunftsländer weiter weg verschoben. Zusätzlich mit der Regelung der „sicheren Drittstaaten“ von der die komplette EU umgeben ist, schafft sie sich einen sicheren Vorhof in den jedeR ungewollte ZuwandererIn wieder abgeschoben wird. Schafft es jemand doch mal einen Fuß in die Festung Europa zu setzen ohne direkt wieder abgeschoben zu werden, so erwarten sie die Residenzpflicht, Sammellager und Sondergesetzgebung sondergleichen wie auch die Abschiebeknäste!

In Neuss befindet sich der bundesweit einzige Abschiebeknast ausschließlich für Frauen. Mitten in der Neusser Innenstadt wird der Knast in einer ruhigen Wohnstraße durch eine unauffällige Fassade kaschiert. Der Knast ist für die Inhaftierung von 80 Frauen ausgelegt, unter denen es in der Vergangenheit immer wieder auch Schwangere und Minderjährige gab! Die medizinische Versorgung ist katastrophal. Meist ohne Informationen über ihr Verfahren, über die Haftgründe und ihre Rechte, ist für die Frauen die Dauer der Haft nicht absehbar!

Flucht:

Die eingeknasteten Frauen haben kein Verbrechen begangen. Sie brachten ihren Mut und ihre Kraft auf, um sich gegen Angriffe auf ihre körperliche Unversehrtheit und ihr Selbstbestimmungsrecht als Frau, wie Berufsverbote, Zwangsheirat, Lesbenverfolgung, Vergewaltigung und Genitalverstümmelung zu wehren und zu fliehen. Ihre Hoffnungen und ihre Erwartungen erfüllen sich in der Regel nicht! Geschlechtsspezifische Fluchtursachen werden nicht anerkannt!

lllegalität = Rassismus, Sexismus und Ausbeutung

Abschiebeknast bedeutet für die Inhaftierten: bis zu 18 Monate eingeknastet hinter hohen Mauern und Sicherheitsdraht, bewacht von bewaffneten SicherheitsbeamtInnen. Kleine Zellen, rigide Schließzeiten, wenig Hofgang, eingeschränkte Besuchszeiten, ausgeliefert der Willkür des Personals, der Willkür des Apparats. Dabei soll diese Haft keine Strafhaft darstellen – denn die Frauen haben ja auch nichts verbrochen – sondern dient lediglich der Vereinfachung eines Verwaltungsakts der Ausländerbehörde, nämlich der Durchführung der Abschiebung.

Sexistischer und rassistischer Normalzustand:

In der Gesellschaft werden Frauen immer noch geringer geschätzt als Männer. Die Nichtanerkennung geschlechtsspezifischer Fluchtursachen ist Symptom eines sexistischen Normalzustandes. Der Abschiebeknast in Neuss ist Symbol einer Einwanderungspolitik, die patriarchale Unterdrückungsverhältnisse ignoriert. Im Knast manifestiert sich die rassistische Einwanderungspolitik. Nur noch für den Kapitalismus verwertbare Menschen wird die Einreise in die Festung Europa gestattet. So werden Sexismus und Rassismus in der Gesellschaft reproduziert.

Aufruf:

Wir rufen jede und jeden dazu auf, gegen die sexistischen und rassistischen Gewaltverhältnisse zu demonstrieren, laut, entschlossen und phantasievoll.

- Weg mit dem Frauenabschiebeknast in Neuss!
- Abschiebung bedeutet Folter und Mord!
- Anerkennung geschlechtsspezifischer Fluchtursachen als Asylgrund!
- Arbeits-, Gesundheits- und soziale Rechte für alle
- Jede und Jeder hat das Recht, dort zu leben wo sie/er es will!
- Kein Mensch ist illegal!
- Kampf dem sexistischen und rassistischen Normalzustand!

___________________________________________________________________________________________
25. November: Internationaler Frauenaktionstag gegen Gewalt gegen Frauen
An diesem Tag wurden drei Frauen in der Dominikanischen Republik vergewaltigt und ermordet.
Diktator Trujillo ließ sie 1960 von Militärs verschleppen, vergewaltigen und töten,
als sie politische Gefangene besuchen wollten.
1982 erklärten zuerst lateinamerikanische Frauen diesen Tag zum internationalen Kampftag.

___________________________________________________________________________________________

Solidarität!

Da am 13.10.07 bei den Gegenaktivitäten zum Naziaufmarsch in Neuss viele Menschen in Gewahrsam genommen wurden, möchten wir gerne noch einmal auf die Rote Hilfe e. V. hinweisen. Die Rote Hilfe unterstützt Menschen, die in Konflikt mit der Polizei und/oder der Justiz geraten sind. Bitte fertigt Gedächtnisprotokolle an. So weit es geht, helfen wir gerne. Meldet Euch wenn Ihr Post bekommt etc., dann schauen wir gemeinsam weiter!

Solidarität muss praktisch werden

Die in Neuss festgenommenen AntifaschistInnen haben mit Strafverfahren zu rechnen. Zur Deckung der anstehenden Kosten werden Spenden benötigt. Es werden Spenden auf das folgende Konto erbeten:
Rechtshilfeverein
Stichwort: Antifa
Kontonummer: 63007678
Bankleitzahl: 30050110
Stadtsparkasse Düsseldorf

“Für die Freiheit, für das Leben…”

Redebeitrag auf der Antifa-Demo am 13.10.07

Um 14 Uhr beginnt am Hauptbahnhof der voraussichtlich größte Nazi-Aufmarsch in Neuss seit Ende des Zweiten Weltkrieges. Diese faschistische Demonstration ist der vorläufige Höhepunkt der seit Jahren zunehmend im Rhein-Kreis Neuss zu beobachtenden Aktivitäten organisierter Neonazi-Strukturen. Angemeldet wurde sie von der extrem rechten Partei NPD, die auch in NRW und der hiesigen Region immer stärker in Erscheinung tritt.
Der Neusser NPD-Ortsverband unter Führung des Vorsitzenden Sven Barth zeigt hierbei keinerlei Scheu, eng mit dem Spektrum der militant-neonazistischen „Freien Kameradschaften“, im Rhein-Kreis vertreten durch die sogenannten Freien Nationalisten Neuss, zu kooperieren.
Gemeinsam veranstalten NPD-Neuss und „Freie Nationalisten Neuss“ regelmäßig Kundgebungen und sogenannte Mahnwachen in Neuss, Grevenbroich und Dormagen, in deren Rahmen sie rassistische Hetze betreiben und Andersdenkende bedrohen, und beteiligen sich bundesweit sowie im benachbarten Ausland an neofaschistischen Aufmärschen.
Für die Neusser „Kameraden“ scheint es hierbei keinen Widerspruch darzustellen, einerseits gebetsmühlenartig die “Todesstrafe für Kinderschänder” zu fordern und andererseits einen Kranz abzuwerfen für die SS-Division Oskar Dirlewanger, benannt nach einem wegen sexuellen Missbrauchs eines 13-jährigen Mädchens verurteilten Nazischergen, so geschehen bei einer revisionistischen und NS-verherrlichenden Demonstration 2005 im brandenburgischen Halbe.
Parallel zu den braunen Propagandaaktivitäten kam es bereits mehrfach zu gewalttätigen Übergriffen auf Menschen, zu deren Verfolgung NPD und „Freie Kameradschaften“ offen aufrufen.
So attackierten im November 2005 cirka 25 Neonazis die Besucherinnen und Besucher eines Punk-Konzertes im Geschwister-Scholl-Haus.
Am 28. September 2007 schließlich wurde eine 23-jährige türkischstämmige Frau im Grevenbroicher Bahnhof von einem glatzköpfigen Mann, der Springerstiefel und eine Bomberjacke trug, geschlagen und getreten.
Meinen die Neusser Neonazis solche Vorkommnisse, wenn sie im Rahmen des Aufrufes zu ihrer heutigen Demonstration ankündigen, wer Wind säe, werde Sturm ernten?
Mit den Aktivitäten der extremen Rechten im Rhein-Kreis-Neuss wuchs dort allerdings auch der antifaschistische Widerstand. Besonders eine im August 2007 unter dem Motto „Keine Freiräume für Nazis“ erfolgreich durchgeführte Antifa-Demonstration dürfte die Neusser Neonazis nachhaltig beeindruckt haben.
Vergangenen Dienstag verhinderten darüber hinaus engagierte Menschen in Dormagen einen als „Dienstagsgespräch“ getarnten Vortrag des bundesweit bekannten Neofaschisten und NPD-Funktionärs Andreas Molau, dessen Gesinnung schon allein durch den Umstand deutlich wird, dass er 2006 mit einer Zeichnung am Teheraner Holocaust-Karikaturen-Wettbewerb teilnahm.
Die regelmäßig in Dormagen abgehaltenen „Dienstagsgespräche“, in deren Rahmen bereits Neofaschisten wie Harald Neubauer, Mitherausgeber der braunen Zeitschrift „Nation und Europa“, und der Fraktionsvorsitzende der NPD im sächsischen Landtag Holger Apfel menschenverachtende Phrasen droschen, dienen als Vernetzungsforum der selbsternannten Bürgerbewegung „pro NRW“. Letztere geht auf eine Initiative der extrem rechten „Bürgerbewegung pro Köln“ zurück, die seit über einem Jahrzehnt in der Domstadt rassistische Hetzkampagnen durchführt.
Eine Gemeinsamkeit zwischen „pro NRW“ und NPD-Neuss besteht darin, dass beide Gruppierungen sich im Hinblick auf die Kommunalwahl 2009 lokalpolitisch etablieren wollen.
Im Hinblick auf diese Zielsetzung versuchen sie, sich bürgerinnen- bzw. bürgernah zu geben und als Interessenvertreterinnen der sogenannten kleinen Leute, so deren Abstammung ihnen deutsch genug erscheint, aufzuspielen.
Um potenzielle Wählerinnen und Wähler nicht abzuschrecken, mühen sich NPD und „pro NRW“ zudem, ihre tiefe Verwurzelung innerhalb des Neonazi-Spektrums zu verschleiern.
Vor diesem Hintergrund erscheint es allerdings kurios, dass die NPD-Neuss sich für den heutigen Aufmarsch nicht nur der Unterstützung benachbarter NPD-Kreisverbände und militant-neonazistischer „Freier Kameradschaften“ wie der „Kameradschaft Aachener Land“ vergewissert, sondern einen seit Jahrzehnten überregional aktiven Neonazi um Hilfe gebeten hat.
So fungiert Christian Malcoci, offiziell in Grevenbroich-Elsen wohnhaft, als stellvertretender Versammlungsleiter.
Malcoci war während seiner langen neofaschistischen Laufbahn unter anderem stellvertretender Vorsitzender der „Hilfsorganisation für nationale politische Gefangene und deren Angehörige e. V.“, einer der größten und wichtigsten Organisationen der extremen Rechten in der BRD, sowie “Gausekretär Rheinland” der 1995 verbotenen „Freiheitlichen Arbeiter Partei“.
2002 kandidierte Malcoci für die Kommunalwahl im niederländischen Kerkrade, 2005 bei der Landtagswahl in NRW auf Platz 8 der NPD-Liste.
Wir wollen und werden nicht zulassen, dass Malcoci und Konsorten gleich ihre menschenverachtende Ideologie ungestört zur Schau stellen können!
Zeigen wir NPD und „Freien Kameradschaften“ unmissverständlich, dass sie weder in Neuss noch sonst wo erwünscht sind!

Für die Freiheit, für das Leben, Nazis von der Straße fegen!!!

Nazis in Neuss massiv gestört…

Mehr als 800 AntifaschistInnen aus verschiedenen gesellschaftlichen Zusammenhängen versammelten sich heute, am 13. Oktober 2007, auf dem Marienkirchplatz in Neuss, um gegen den 2 Stunden später beginnenden Neonazi-Aufmarsch zu protestieren.

Die Demonstration zog zum Markt, wo sich ihr TeilnehmerInnen einer bürgerlichen Kundgebung anschlossen, so dass sie auf cirka 1000 Menschen anwuchs. Auch PassantInnen reihten sich spontan in den Demonstrationszug ein.
Lautstark wurde das Ziel, den Nazi-Aufmarsch zu verhindern, artikuliert.
Direkt nach Abschluss der Demonstration machten sich viele TeilnehmerInnen daran, dieses Anliegen praktisch umzusetzen. Hiergegen schritten die stark vertretenen Polizeikräfte teilweise brutal ein, wobei mehr als 70 Personen in Polizeigewahrsam genommen wurden. Trotzdem gelangen erfolgreiche Gegenaktionen, so zum Beispiel mehrere Blockaden, durch die der Nazi-Aufmarsch jeweils erhebliche Zeit aufgehalten werden konnte.
Darüber hinaus verzögerten die Neonazis, unter ihnen „übliche Verdächtige“ wie Sven Skoda und Christian Malcoci, ihre eigene Veranstaltung selbst, indem sie gegen Demo-Auflagen verstießen.
Offenbar waren die Neonazis von ihrem Fortkommen im Schneckentempo sehr entnervt, lichteten sich ihre ohnehin spärlichen Reihen doch zusehends im Laufe des Aufmarsches. So nahmen an ihrer Abschlusskundgebung von ursprünglich 105 „Kameraden“ nicht einmal 50 teil.
Den Verlauf des heutigen Tages wertet die Antifa Neuss als Erfolg. Zwar konnte der Nazi-Aufmarsch nicht komplett verhindert, aber mit Unterstützung zahlreicher AntifaschistInnen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Zusammenhängen und Regionen immer wieder gestört und nur unter massiver polizeilicher Gewalt überhaupt bis zum kläglichen Ende durchgeführt werden.

Die Antifa Neuss bedankt sich bei allen Menschen, die in welcher Form auch immer den Neonazis Widerstand entgegengesetzt haben!

Stoppt den Naziaufmarsch in Neuss!

13. Oktober 2007 | 12:00 Uhr | Marienkirchplatz (Hauptausgang Hbf)

„Nazis von der Straße fegen!“

Für Samstag, den 13. Oktober 2007, rufen Neonazis aus dem Spektrum der NPD und der „Freien Kameradschaften“ zu einer Demonstration durch die Neusser Innenstadt auf. Als Anmelder fungieren “regionale NPD-Strukturen”, als stellvertretender Versammlungsleiter wird der notorische Neonazi Christian Malcoci genannt. Dies ist der vorläufige Höhepunkt der seit über zwei Jahren zunehmend im Rhein-Kreis Neuss zu beobachtenden Aktivitäten organisierter Neonazi-Strukturen. Besonders hervor taten sich hierbei bislang der NPD-Ortsverband und die „Freien Nationalisten Neuss“. Diese beiden teilweise personenidentischen Gruppierungen führten wiederholt gemeinsame Kundgebungen und so genannte Mahnwachen in Neuss, Grevenbroich und Dormagen durch, bei denen immer wieder Andersdenkende bedroht wurden, und nahmen bundesweit sowie im benachbarten Ausland an Neonazi-Aufmärschen teil. Allerdings sahen sie sich auch verstärkt mit antifaschistischem Widerstand konfrontiert, etwa in Form einer erfolgreichen Anti-Nazi-Demonstration im August 2007. Mit Hilfe benachbarter NPD-Kreisverbände und „Freier Kameradschaften“ versuchen die Neusser Neonazis nun offenbar, sich wieder aus der Defensive zu befreien.
Wir werden es nicht zulassen, dass Neonazis ungestört ihre menschenverachtende Hetze zur Schau stellen können!
Zeigen wir NPD und „Freien Kameradschaften“, dass sie weder in Neuss noch sonst wo erwünscht sind!

Am 13. Oktober 2007 „Nazis von der Straße fegen!“

Bundesweite Demonstration gegen Abschiebehaft


Büren - Am 02.09.2007 fand vor den Toren der Justizvollzugsanstalt (JVA) Büren eine bundesweite Demonstration gegen Abschiebehaft statt. Zeitgleich begannen 60 Abschiebehäftlinge in der JVA Büren einen Hungerstreik, um ihre sofortige Freilassung durchzusetzen.

„Wir rufen zur Schließung aller Abschiebeknäste und unmenschlicher Gefängnisse auf, in Deutschland und dem Rest der Welt. Wir stellen uns gegen die rassistischen Gesetze, die gegen Migranten und Asylbewerber angewandt werden.“ forderte Noel Asanga Fon, ein Abschiebehäftling aus Kamerun; dessen Rede von der Demonstrationsleitung stellvertretend verlesen wurde. Der in Büren inhaftierte Menschenrechtsaktivist ließ die Anwesenden wissen: „Falls diese Forderungen nicht erfüllt werden sollten, erklären wir uns zu Märtyrern der Freiheit. Wir rufen für den heutigen Tag den lang erwarteten Hungerstreik der Gefangenen aus und rufen auf zum zivilen Ungehorsam mit dem Ziel der unmittelbaren Freilassung aller Opfer, die in deutschen Abschiebegefängnissen einsitzen.“ Auch die Demonstrationsteilnehmer prangerten die inhumane Abschiebepraxis der BRD an und unterstützten die Forderungen der Gefangenen. Nach internen Informationen waren am Abend ca. 60 Gefangene dem Aufruf zum Hungerstreik gefolgt und missachteten zusätzlich in einem Akt des zivilen Ungehorsams die Befehle der Wärter.

Nachdem die ca. 350 Demonstrationsteilnehmer den Platz vor der JVA verlassen hatten, versammelten sie sich zu einer Demonstration durch Büren. Bei den dort gehaltenen Reden stand, einen Tag nach dem Antikriegstag, das Thema Krieg im Vordergrund. Dabei wurden nicht nur die gewaltsamen Auseinandersetzungen, die Menschen zur Flucht zwingen, thematisiert, sondern auch die Kriege, die sich direkt gegen Flüchtige richten, wie z. B. das brutale Vorgehen von europäischen Polizisten an den EU-Außengrenzen gegen Migranten. Auch hier erklärten die Anwesenden ihre Solidarität mit den Hungerstreikenden im Abschiebegefängnis. Sie kündigten an, die Gefangenen durch verschiedene bunte und kreative Protestformen in den einzelnen Städten unterstützen zu wollen.

go to: www.bueren-demo.de

Redebeitrag auf der Antifa-Demo in Neuss

Redebeitrag der Kampagne „Kein Bock auf pro Köln“

Neben den alten und neuen Nazis der NPD versuchen in Nordrhein Westfalen auch andere extrem rechte Gruppierungen an Einfluss zu gewinnen und sich lokal politisch zu verankern. In eine wahrhafte Gründungseuphorie verfallen sind hierbei die Kameradinnen von „pro Köln“, einer selbst ernannten rechten Bürgerbewegung, bestehend vor allem aus ehemaligen Mitgliedern der NPD, der Deutschen Liga für Volk und Heimat und den Republikanern. Diese seit 2004 im Rat der Stadt Köln vertretene Organisation versucht momentan in NRW und darüber hinaus Fuß zufassen.

Die Arbeitsweise von „pro Köln“, „pro NRW“ und ihren wohlmeinend freundlich/positiv klingenden Ablegern unterscheidet sich inzwischen von dem der NPD und Kameradschaftsszene, so nimmt man mittlerweile eher auch von gemeinsamen Demonstrationen mit NPD´lern und Kameradschaftlerinnen Abstand. Man hat erkannt, dass solche Aktionen der Außenwahrnehmung wohl nicht besonders förderlich sind.

Vielmehr konzentriert sich „pro Köln“, die nach eigener Aussage „einzige Oppositionsgruppe“ im Rat der Stadt“, welche „kompromisslos gegen Klüngel, Kriminalität, Multi-Kulti und den linksliberalen Zeitgeist Stellung bezieht“ auf die tägliche Veröffentlichung von Artikeln auf ihrer Homepage und das Erstellen von Flugblättern und Infozeitschriften in großer Stückzahl, die dann als Kampagne in den jeweiligen Stadtbezirken unter die Bevölkerung gebracht werden. Topthemen sind die Agitation gegen Moscheen und Flüchtlingswohnheime, gegen so genannte „Klau Kids“, DrogengebraucherInnen und gegen die Förderung interkultureller Zentren.

Nachdem es den altgedienten Neofaschisten und „pro Kölnern“ Manfred Rouhs und Markus Beisicht gelungen ist, das Konzept einer erfolgreichen lokalen Rechtsaußen-Fraktion zu etablieren, versuchen sie dieses nun in andere Regionen zu exportieren. In den meisten Regionen stecken Versuche einer rechtspopulitischen „Bürgerbewegung“ sicher noch in den Kinderschuhen. Ableger gibt es aber bereits in Gelsenkirchen, Oberhausen, Bottrop, Viersen und im Kreis Warendorf bei Münster. Doch auch anderswo bleibt das Konzept nicht gänzlich ohne Erfolg: einer im Januar 2005 gegründeten „Bürgerbewegung pro Deutschland“ gehören mittlerweile Gruppen u.a. in München, Berlin und Hannover an, allein in Baden-Württemberg gibt es momentan mehr als 10 in der Gründung steckende Ortsverbände. Im Hinblick auf die nächsten Landtags- und Kommunalwahlen in NRW wurde am 05.Februar diesen Jahres in Leverkusen zusätzlich die „Bürgerbewegung pro NRW“ gegründet.

Nicht zufällig übernahm der Düsseldorfer Rechtsanwalt und ehemalige stellvertretende “Republikaner”-Bundesvorsitzende Dr. Björn Clemens, welcher auch gerne mal auf NPD Veranstaltungen mit dem Neonazi-Liedermacher Frank Rennicke im Duett als Satiriker auftritt, die Versammlungsleitung. Nachdem Clemens zeitgleich den Republikanern endgültig den Rücken gekehrt hatte, zeichnen sich bei ihm nun Bestrebungen ab sich dem rechten Führungszirkel von „pro NRW“ anzuschließen. Dem Vorstand des „Vereins zur Koordinierung und Bündelung nonkonformer Wählervereinigungen“ gehören, neben 3 pro Kölnern, ausschließlich ehemalige Mitglieder der neofaschistischen Republikaner, so unter anderem der Dormagener Daniel Schöppe, an. Dieser hatte bereits Mitte letzten Jahres gemeinsam mit einigen Mitstreiterinnen nach eigenen Angaben 25.000 Flugblätter gegen einen geplanten Moscheeneubau in Dormagen verteilt.

Auch eine zirka 100köpfige „pro NRW Großveranstaltung“ unter dem Motto “Von pro Köln über pro NRW in den Landtag 2010?” fand am 25.März 2007 im nur wenige Kilometer entfernten Dormagener Stadtteil Nievenheim statt. Diese konnte allerdings nur unter großem Polizeischutz stattfinden, da Antifaschistinnen aus der Region direkt vor dem Gasthaus „Zum Anker“ zeigten, was sie von dieser braunen Hetze hielten.

Die Ausbreitung bzw. der Erfolg von „pro sonstwas“ ist stark davon abhängig wie ihnen vor Ort von Anfang an begegnet wird, deshalb ist es so wichtig über sie zu informieren und ihnen offensiv entgegenzutreten.

In diesem Sinne:

Egal ob Nazitreffpunkte in Neuss, Pro NRW Ablegern oder anderem braunen Dreck - rechten Strukturen den Boden entziehen!!!

Demonstration in Neuss: „Keine Freiräume für Nazis!“

pic

Am 07.08.2007 gingen ca. 280 AntifaschistInnen der unterschiedlichsten Strömungen aus Neuss und dem Umland gegen die vorhandenen Nazistrukturen im Rhein-Kreis Neuss lautstark und kämpferisch auf die Straße.

„Zum Groschen“ treffen sich die Nazis!

Insbesondere richtete sich die Demonstration gegen die Gaststätte „Zum Groschen“ in der Friedrichstraße 15. Hier treffen sich seit Jahren organisierte Neonazis, wie zum Beispiel an jedem ersten Dienstag im Monat die NPD. An diesem ersten Dienstag zogen es die Nazis jedoch vor, angesichts des antifaschistischen Widerstandes die Neusser Innenstadt zu meiden.

Während der Demonstration wurden Redebeiträge zur aktuellen Bedrohung durch die vorhandenen Nazistrukturen gehalten, unter anderem fand eine Zwischenkundgebung unmittelbar vor der Gaststätte „Zum Groschen“ statt.

Entschlossen und kraftvoll ein Zeichen gesetzt!

Die OrganisatorInnen der Antifa Neuss werten die gesamte Aktion als großen Erfolg, auch wenn es von Seiten der Polizei Provokationen wie beispielsweise das Filmen von TeilnehmerInnen der Demonstration und Mitlaufen von etwa 10 Polizisten in Zivil gab. Zumindest das Filmen der Demonstration konnte durch mehrmalige Aufforderung und geschlossenes Auftreten der DemonstrationsteilnehmerInnen unterbunden werden.

Demo am 7.8.07 in Neuss

Poster

Seit über zwei Jahren steigt auch im vermeintlich beschaulichen Neuss die Präsenz von organisierten Neonazis.
Während zunächst jugendliche Neofaschisten vermehrt im Straßenbild und durch Übergriffe, wie etwa bei einem Angriff auf ein Konzert im Geschwister-Scholl-Haus Ende 2005, auffielen, musste mensch nicht lange auf die Gründung organisierter Nazistrukturen im Rhein-Kreis Neuss warten.
Die „Freien Nationalisten“ und der teilweise personenidentische Neusser NPD-Ortsverband mit seinem bis Ende 2000 in der JVA Gelsenkirchen einsitzenden Vorsitzenden Sven Barth hatten auch keine Probleme, Örtlichkeiten für ihre menschenverachtende Hetze zu finden.
Beide Gruppierungen treffen sich regelmäßig in der Neusser Kneipe „Zum Groschen“, Friedrichstraße 15, die schon seit etlichen Jahren der örtlichen Neonazi-Szene als Anlaufpunkt dient. Gemeinsam führen NPD-Neuss und „Freie Nationalisten“ Kundgebungen und „Mahnwachen“ u. a. in Neuss, Grevenbroich und Dormagen durch, bei denen immer wieder Andersdenkende bedroht werden, und nehmen deutschlandweit sowie im benachbarten Ausland an Neonazi-Aufmärschen teil.
Als ein weiterer Anlaufpunkt für die extreme Rechte im Rhein-Kreis Neuss droht sich die Gaststätte „Zum Anker“ in Dormagen-Nievenheim, Hindenburgstraße 5, zu etablieren. Dort hielt etwa am 25. März 2007 die auf eine Initiative der „Bürgerbewegung pro Köln” zurückgehende rechtspopulistische Vereinigung „Pro NRW“ eine Propagandaveranstaltung ab - freilich nicht ohne den Protest von etwa 150 AntifaschistInnen.
Dieser Entwicklung wollen wir nicht tatenlos zusehen! Wir werden nicht zulassen, dass sich Neonazis in Neuss oder irgendwo anders etablieren und ihre neofaschistischen Strukturen festigen. Daher gilt es ein Zeichen des aktiven Widerstandes zu setzen!

Unterstützt die

Antifaschistische Demonstration am 07.08.07. Treffpunkt um 18:00 Uhr auf dem Marienkirchplatz in Neuss (Hauptausgang Hbf-NE).

Es gibt kein ruhiges Hinterland! NPD und „Freien Nationalisten“ entgegentreten!

Filmvorstellung

“Oaxaca - zwischen Rebellion und Utopie”

von Miriam Fischer, Berichte über neue politische Entwicklungen in Oaxaca und Mexiko. Danach besteht die Möglichkeit miteinander über die Verhältnisse zu diskutieren.

Am Donnerstag, den 5.7.2007 um 20.00 Uhr
im Dreikönigenhof, Körnerstr. 13, 41464 Neuss.
Eintritt Frei!

Veranstaltet wird dieser Film- und Infoabend vom Oaxaca Solidaritätskomitee Rheinland/NRW und vom Netzwerk Linke Opposition.

NPD-Mahnwache in Grevenbroich

Am Samstag, den 23.6., hielt der Ortsverband der NPD Neuss zusammen mit den “Freien Nationalisten Neuss” und einigen sog. “Freien Kräften” eine Mahnwache in der Grevenbroicher Innenstadt ab. Anlass war der “Überfall” einiger junger Antifaschisten auf einen NPD-Infostand an der selben Stelle zwei Wochen zuvor. Während ca. 30 Neonazis ungestört ihre minderheitenfeindliche Propaganda mitten in der Grevenbroicher Innenstadt verbreiten konnten, wurde jeglicher Protest von der ortsansässigen Polizei von vornerein verhindert.

Einer größeren Gruppe Antifas die sich bereits im Vorfeld getroffen hatte um der Veranstaltung der Nazis Steine in den Weg zu legen wurde von der Polizei unter der Einsatzleitung des örtlichen Wachleiters Heinz-Walter Tieves scheinbar grundlos ein Platzverweis für die gesamte Grevenbroicher Innenstadt ausgesprochen, ebenfalls wurde ihnen die Anmeldung einer spontanen Gegenkundgebung verwehrt.
Die Polizei begleitete einen Teil der Gruppe zurück bis zum Bahnhof und während der Zugfahrt.

Am Ort der Mahnwache hielten sich später bis zu 30 Nazis aus der gesamten Region auf, kleine Gruppen patroullierten währenddessen durch die City - wohl auf der Suche nach den vermeintlichen “Übeltätern” vom 9. Juni.

Mit großer Aufmerksamkeit betrachten wir seit mehreren Monaten den Anstieg neonazistischer Aktivitäten im Neusser Raum. Mahnwachen und Infostände, die Gründung verschiedener neonazistischer Organisationen wie der “Freien Nationalisten Neuss” oder der “Meerbuscher Jugend” sowie die Gründung eines Ortsverbandes der NPD und das immer öftere Auftreten der Neusser Nazis auf überregionalen Demonstrationen strafen die Äußerung der Kreispolizeibehörde dass es sich bei den Anmeldern der Mahnwache um einen “Kappesverein” handle Lügen.

Fakt ist jedoch, dass der reibungslose Ablauf der Veranstaltung am vorigen Samstag nur durch das vehemente Eingreifen der Polizei ermöglicht wurde. Es gilt weiterhin den aufkeimenden Strukturen der Nazis - wo auchimmer sie kenntlich werden - entgegenzutreten.

Den antifaschistischen Widerstand organisieren!

wichtigere Dinge

Hohlnazi.

Die neonazistische “Meerbuscher Jugend” zum Thema Benachteiligungen:

“man darf niemanden aufgrund seiner Politischen Anschauung bevor oder benachteiligen. Es ist schon eine Frechheit es überhaupt zu versuchen, da es in unserem Land genügend wichtigere Dinge gibt”

aus:

Lotta #27|Seite 2|Sommer 2007

Dokumentiert

Blickpunkt Rechts

Am 25. März 2007 trat die Nievenheimer Gaststätte „Zum Anker“ (Hindenburgstraße 5) als Ort einer Propaganda-Veranstaltung der extrem rechten „Bürgerbewegung pro Nordrhein-Westfalen e. V.“ („pro NRW“) negativ in Erscheinung. Trotz der hierdurch ausgelösten Proteste von Menschen aus verschiedensten gesellschaftlichen Zusammenhängen sind dort Angehörige der neofaschistischen Szene offenbar weiterhin willkommen. So ist im „Anker“ für Dienstag, den 5. Juni 2007, ab 19.30 Uhr unter dem Titel „Die Euro-Rechte - ohne Deutschland?“ ein Vortrag des österreichischen Rechtsextremisten Andreas Mölzer angekündigt. Letzterer betreibt seit Jahrzehnten minderheitenfeindliche Politik. Obwohl (oder gerade weil) er sich als Sympathisant des Nationalsozialismus zu erkennen gab und immer wieder rassistische sowie antisemitische Töne anschlug, stieg Mölzer an der Seite Jörg Haiders zum völkischen Chefideologen der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) auf. Derzeit sorgt er als Mitglied der Anfang 2007 gegründeten Fraktion “Identität, Tradition und Souveränität”, der NationalistInnen, NeofaschistInnen und Holocaust-LeugnerInnen aus sieben Ländern angehören, im Europaparlament für die Verbreitung menschenverachtenden Gedankengutes.
Auch „pro NRW“, und hier schließt sich der Kreis zwischen der am 25. März im „Anker“ abgehaltenen und der für den 5. Juni dort angekündigten Veranstaltung, hat bereits die Fühler in Richtung dieses rechtsextremen Bündnisses ausgestreckt. So nahm die stellvertretende Vorsitzende Judith Wolter kürzlich in Wien an einem Treffen von VertreterInnen ihm angehörender Parteien teil, in der „pro NRW“ insbesondere von österreichischer und belgischer Seite aus im Hinblick auf die Kommunalwahl 2009 und die Landtagswahl 2010 Unterstützung in Aussicht gestellt worden sei.
Mölzers Vortrag am 5. Juni 2007 wird als Teil der regelmäßig im „Anker“ abgehaltenen Veranstaltungsreihe der „Dienstagsgespräche“ angekündigt, in deren Rahmen sich am 20. Juni 2006 etwa auch Harald Neubauer, Mitherausgeber der neofaschistischen Zeitschrift „Nation und Europa“ und Hauptredner auf dem „pro NRW“-Treffen am 25. März 2007, zum Thema „Kampf der Kulturen - die Antwort deutscher Patrioten“ ausließ.
Mit großer Sorge registrieren wir, dass sich im Rhein-Kreis Neuss eine feste Begegnungs- und Veranstaltungsstätte international vernetzter RechtsextremistInnen zu etablieren droht. Wir ersuchen das Team des Gasthauses „Zum Anker“, diese gefährliche Entwicklung aufzuhalten. Auch an alle anderen hiesigen GaststättenbetreiberInnen appellieren wir, extrem rechten Personen und Organisationen keine Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen.

Block G8 - Bewegen. Blockieren. Bleiben.

In zwei Wochen wird sich der Bad Doberaner Stadtteil Heiligendamm in eine Hochsicherheitszone der politischen Weltelite verwandeln. Knapp 16.000 PolizistInnen sowie ein pro Meter etwa 1000 Euro teurer Absperrzaun sollen Störungen der Gipfel-Idylle im Keim ersticken. Um die Mobilisierung zum G8-Gipfel zu schwächen, haben am 9. Mai Bundeskriminalamt und Bundesanwaltschaft insgesamt 40 Objekte in Hamburg, Berlin, Bremen und weiteren Städten durchsucht. BKA und BAW nahmen Razzien in dem linksradikalen Spektrum zugeordneten Initiativen und Personen in einer Größenordnung vor, wie es sie in der BRD seit der Hochphase der RAF-Hysterie nicht mehr gab - Paragraph 129a StGB macht es möglich. Bundesweit solidarisierten sich tausende Menschen spontan mit den angegriffenen Projekten, Initiativen und Personen.

Der legitime Widerstand gegen den G8-Gipfel lässt sich nicht verbieten!

Antifa Mobilisierungs- und Informationsveranstaltung :

Let’s say good-night, G8!

Massenblockade, Grossdemo, symbolischer “Sturm auf die Rote Zone” - was sind die geeigneten Methoden, um Kritik und Protest vor Ort zu artikulieren? Was ist geplant, wie wird’s gemacht? Was wird an Resonanz, was an staatlicher Repression erwartet? Wie teuer ist ein Ticket?

23.05.07

ab 19:30 Uhr, linkes Zentrum “Hinterhof”, Corneliusstr. 108, Düsseldorf

Informationsveranstaltung

Das Versteckspiel - Symbole, Codes und Lifestyle der extremen Rechten

Das Hakenkreuz kennen alle, den Gruß “Heil Hitler” auch. Doch was, wenn solche Inhalte versteckt werden? Wenn die verbotene Formel “Heil Hitler” durch eine Zahl ersetzt wird und sich so mancher Sportlehrer nichts dabeidenkt, wenn seine Schützlinge Basketball-Shirts mit der Rückennummer “88″ tragen?
Was nach Außen unauffällig wirkt, hat nicht nur für rechte Jugendliche eine enorme Bedeutung. Die mehr als 120 bekannten Zeichen, die verdeckt oder offen eine politische Orientierung nach rechts mitteilen, sind für die meisten Außenstehenden eine Fremdsprache. Sie sind ebenso wie bestimmte Bekleidungsmarken jedoch nicht nur Erkennungsmerkmal für Gleichgesinnte und vermitteln ein Gruppengefühl, sie transportieren auch eine politische Botschaft. Ähnlich der Funktion neonazistischer Musik für den Hörer, kann ein unscheinbares Symbol eine große Bedeutung für seinen Träger haben.

Politische Symbole sind die komprimierte Darstellung der wesentlichen Grundsätze einer Weltanschauung. Ihre Wiedergabe vermittelt zwar einen bestimmten Inhalt, ist jedoch gerade bei jugendlichen Trägern erst einmal “nur” Ausdruck eines rechten Lebensgefühls. Die politische Botschaft kann sich in der Aufwertung des Eigenen und der Ablehnung alles Fremden erschöpfen.

Multimedialer Vortrag mit anschließender Diskussion

Di., 12.12.2006
um 19.00 Uhr

Mitglieder und Anhänger extrem rechter Parteien und Organisationen
wie NPD,DVU,Rep und der “Freien Kameradschaften”
haben keinen Zutritt zu der Veranstaltung (nach § 6, VersG).

terminhinweise!
¡No pasarán! - Gemeinsam gegen den Naziaufmarsch in Dresden!
14.Februar 2009, 11:00 Uhr, Dresden,Hbf » mehr Informationen

Make NATO History! Auf die Straße gegen den NATO-Gipfel!
3./4. April 2009, Baden-Baden und Strasbourg » mehr Informationen

Die Inhalte verlinkter Internetseiten stellen nicht zwangsläufig Positionen der Antifa Neuss dar.

Was ist bei dir los?



Antifa-Zeitung Lotta


Ausgabe Nr. 33
Schwerpunkt: Recht extrem - Das Extremismuskonstrukt



Die antifaschistische Zeitung aus Nordrhein-Westfalen erscheint dreimonatlich und ist für 3 Euro beispielsweise im Hinterhof in Düsseldorf oder dem Buchladen BiBaBuZe zu erhalten.

Stattzeitung TERZ


Die Zeitung für's Düsseldorfer Umland


TERZ ist die autonome Stattzeitung für Politik und Kultur in Düsseldorf und Umgebung. Sie erscheint zum Ersten eines Monats und wird kostenlos verteilt.

Rote Hilfe


Bitte sagen Sie jetzt nichts!