9. November: Mahnwache anlässlich des 70. Jahrestages der Pogromnacht
Mittwoch, 5. November 2008

Verschiedene Gruppen und Organisationen - darunter die Antifa Düren - rufen am 9. November zu einer Mahnwache anlässlich des 70. Jahrestages der Pogromnachtauf dem Synagogenplatz in Aachen auf. Wir dokumentieren an dieser Stelle eine Presseerklärung der VVN-BdA.

Seit Wochen bereiten wir wie in den letzten Jahren das Gedenken an die Opfer der antijüdischen Pogrome im November 1938 vor. Unsere Veranstaltungen stehen unter dem Motto „Aus der Geschichte lernen- Für eine Zukunft ohne Rassismus, Faschismus und Krieg“.

Mit Entsetzen haben wir die Ankündigung von Neonazis vernommen, am Vortag des Gedenkens die Geschichte umzudrehen und zu verfälschen. Angesichts des millionenfachen Mordes an den europäischen Jüdinnen und Juden ausgerechnet am 70. Jahrestag des Brandes der Synagogen von deutschen Opfern statt von deutschen Tätern zu reden ist eine Provokation, die wir nicht hinnehmen wollen. Im Sprachgebrauch der Neonazis werden zudem die Juden erneut als Nicht-Deutsche ausgesondert. Wir begrüßen das bislang gültige Verbot des Neonazi- Aufmarschs durch den Polizeipräsidenten.

Wir rufen alle Bürgerinnen und Bürger der Region Aachen auf, sich den zahlreichen Kundgebungen gegen Neonazismus am 8. November anzuschließen. Es darf für Neonazis und ihre Geschichtsfälschungen keinen Platz in Aachen und anderswo geben.

Wir rufen gleichzeitig dazu auf, Solidarität mit den jüdischen Opfern und ihren Hinterbliebenen zu zeigen und die vielfältigen Veranstaltungen am Sonntag, dem 9. November zu besuchen. Auch hiermit wird ein Zeichen gegen die Lügen der Neonazis gesetzt.

In Aachen beginnen wir das alljährliche Gedenken um 14.00 Uhr in den Kammerspielen des Stadttheaters. Dort werden Texte von jüdischen Deutschen und Klezmer Musik vorgetragen. Der Eintritt ist frei.

Im Anschluss beginnt um 16.00 Uhr die Mahnwache am Synagogenplatz. Eingerahmt von musikalischen Beiträgen werden Schülerinnen des Einhard- Gymnasiums in Aachen die konkreten Vorgänge an der Aachener Synagoge in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 in Erinnerung rufen. Anschließend werden sie aus ihrer Sicht darstellen, warum Erinnern heute noch wichtig ist. Der Politologe Richard Gebhardt vom Institut für Politische Wissenschaften an der RWTH Aachen wird zur Zukunft des Erinnerns sprechen. Ein weiterer Beitrag wird sich aus der Sicht der Lehrer mit den Herausforderungen der Pädagogik durch zunehmenden Rechtsextremismus beschäftigen. Für das Netzwerk Aachener Schulen gegen Gewalt und Rassismus spricht Matthias Fischer. Die Veranstaltung wird abgeschlossen durch das jüdische Totengebet.

Textquelle: Erklärung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten Aachen

 
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Antifa Düren zwitschert

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