Aachen: Kundgebung am 1. April nach neuer Neonazi-Gewalt
Dienstag, 30. März 2010
Auch in Aachen gab es am vergangenen Wochenende einen Übergriff auf AntifaschistInnen. Eine Gruppe Neonazis attackierte die Teilnehmer eines Infostandes der Linksjugend ['solid] in der Aachener Fußgängerzone.

Einige der Angreifer wurden von der Polizei in Gewahrsam genommen. Laut "Blick nach Rechts" soll unter ihnen auch auch der stellvertretende Dürener NPD-Kreisvorsitzende und "Kameradschaftsführer" Rene Laube befunden haben. Erst am Freitag gehörte Laube zu einer Gruppe von Neonazis, aus der am Rande einer antfiaschistischen Kundgebung in Düren ein einzelner Neonazi-Gegner brutal attackiert wurde.

 Für den 1. April rufen die Betroffenen in Aachen nun zu einer Kundgebung in der Adalberstraße auf. Wir dokumentieren im Folgenden den Aufruf:

Gegen Nazi- Gewalt in Aachen und anderswo!

Rechte Gewalt nimmt zu und es wird dringend Zeit, sich breiter dagegen zur Wehr zu setzen. Den letzten Vorfall hat es am vergangenen Samstag in der Adalbertstraße gegeben, als Neonazis von der KAL (Kameradschaft Aachener Land) erneut zwei SAV-Genossen auf offener Straße überfallartig attackierten, die mit Verletzungen ins Krankenhaus mussten

Die Betroffenen rufen nun zu einer Kundgebung gegen Neonazis und rechte Gewalt, für Donnerstag, den 1. April um 18 Uhr in der Adalbertstraße/Ecke Harscampstrasse auf (in direkter Nähe zum Ort des Geschehens vom letzten Samstag).

Wir bitten jedeN um Solidarität!

Wir wollen zeigen, dass in Aachen niemand wegguckt, wenn Nazis rassistische Propaganda verteilen oder Linke, MigrantInnen und Andersdenkende brutal angreifen. Sie haben am Samstag soviel Unterstützung von PassantInnen, Einzelpersonen und

Organisationen erhalten, dass sie sicher sind „Nazis will in Aachen keiner haben und wir wollen das am Donnerstag gemeinsam mit vielen anderen auch zeigen.“ Gemeinsam zeigen, dass es eine große Öffentlichkeit gegen Nazis gibt, dass ist auch das Anliegen von Linksjugend [`solid], deren Flugblätter die beiden Angegriffenen vom Samstag verteilt hatten, bis sie von Mitgliedern der faschistischen „Kameradschaft Aachener Land“ mit Faustschlägen und Tränengas angegriffen wurden. Die gewaltbereite und aus der Neonazi-Szene bekannte Gruppe hatte in den Stunden zuvor Mobilisierungsmaterial zu der jährlich stattfindenden rassistischen Demonstration in Stolberg verteilt. Hier wird es kommendes Wochenende, 2./3. April einen Aufmarsch von NPD und „Autonomen Nationalisten“ aus ganz Deutschland geben. Hintergrund des Übergriffs vergangen Samstag war die Initiative der Betroffenen, öffentlich auf die Anwesenheit der Neonazis und ihre Verteilaktion von rassistischer Propaganda hinzuweisen und über die Gegenproteste am kommenden Wochenende zu informieren.Auch andere Aktivisten und Aktivistinnen aus dem antifaschistischen Spektrum wurden in den letzten Monaten und Jahren Opfer der Gewalt von Nazibanden wie der KAL. Es kam zu einer langen Liste von Angriffen – auch auf die Wohnungen von Nazi-Gegnern – in Aachen Stadt und Umgebung.

Erst Freitag erinnerte eine Demonstration zahlreicher Gruppen aus dem Antifaschistischen Spektrum an den zwei Jahre zurückliegenden Angriff von „Autonomen´Nationalisten“ und Leuten aus dem Umfeld von KAL und NPD auf eine Demonstration. Diese hatte aus Solidarität mit einer Familie stattgefunden, die ihrerseits zuvor Opfer von rechter Gewalt wurde. Die Organisatoren der Demo vom letzten Freitag hatten vor allem darauf aufmerksam machen wollen, dass die Täter des Angriffs bis heute nicht vor Gericht stehen. Eine unhaltbare Situation, die sich auch in Bezug auf die aktuellen Übergriffe nicht wiederholen darf. Eine Möglichkeit Flagge gegen Neonazis und rechte Gewalt zu zeigen bietet die Kundgebung am kommenden Donnerstag um 18 Uhr am Ort des Geschehens vom letzten Samstag.“

In ihrem Aufruf werden sie bis zum heutigen Tage bereits unterstützt von Gewerkschaftern wie Manfred Engelhardt (Gewerkschafterkreis Aachen), von Andrej Hunko (MdB Die.LINKE), der UWG Bürgerwille im Rat der Stadt Aachen, der SAV (Sozialistische Alternative) und Marc Treude (ehemaliges Ratsmitglied, DIE.LINKE), der auch Anmelder der Kundgebung am Donnerstag sein wird.

 
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