Antifaschisten aus Aachen besuchen die Partnerstadt Naumburg
Donnerstag, 19. April 2007
Eine Gruppe von 16 Antifaschistinnen und Antifaschisten aus Aachen besuchte am Samstag, den 14. April die Partnerstadt Naumburg.

Eingeladen wurden die Aachener von der Naumburger Ortsgruppe der VVN-Bund der Antifaschisten. Bei einem Rundgang durch die Stadt wurde die Stadtgeschichte Naumburgs erklärt. Ein Schwerpunkt war die Geschichte Naumburgs während der Nazizeit. Verfolgung und Widerstand gegen den Nazismus wurden an vielen Beispielen deutlich. Die Aachener Antifaschisten wollen versuchen, die erfolgreiche Ausstellung „Naumburg 1933-1945“ des Initiativkreises Naumburger Bürger auch in Aachen zu zeigen.

Der Sprecher der Aachener Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes- Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) Kurt Heiler dankte den Naumburgern für die freundliche Aufnahme und die vielfältigen Informationen. Den Aachenern, die alle zum ersten Mal Naumburg besuchten, präsentierte sich Naumburg von der besten Seite, wozu das wunderbare Wetter sicher beitrug. Der Wunsch, Naumburg erneut und dann für länger als nur einen Tag zu besuchen, wurde mehrfach geäußert.

Ein Wehrmutstropfen während des Besuches war die Präsenz von Plakaten der NPD in und vor allem in der Umgebung von Naumburg. Auch die Aachener Region leidet unter der immer aggressiver auftretenden NPD, die in den Nachbarstädten auch schon parlamentarisch vertreten ist. Neonazis aus der Aachener Region hatten bei der Ankündigung der Fahrt einen Kommentar ins Internet gesetzt, in dem sie der Delegation anraten, einen „Viehwaggon“ der Bahn zu benutzen. Die Neonazis wollten bei der Fahrt als „Wachpersonal“ mitfahren. Gegen diese und ähnliche Geschmacklosigkeiten wurde bereits Strafanzeige wegen Volksverhetzung gestellt.

Am Sonntag nach dem Besuch der Stadt Naumburg fuhren die Antifaschisten zur Feier der Überlebenden des Konzentrationslagers Buchenwald, die jedes Jahr anlässlich des Jahrestags der Selbstbefreiung auf dem Ettersberg stattfindet. Dort nahmen die Besucher aus Aachen an einer Führung durch das ehemalige Lager teil und hörten den Zeitzeugen und ihren Berichten zu.

Der Sprecher der Aachener Kurt Heiler fasste zum Schluss das Erlebte zusammen: „Der Besuch in der schönen Stadt Naumburg sowie in der Gedenkstätte Buchenwald hat uns neuen Mut und neue Kraft gegeben. Wir danken unseren Naumburger Gastgebern für die Aufnahme und Betreuung. Wir werden in Aachen berichten. Gern kommen wir wieder.“

Textquelle: Mitteilung der VVN-BdA Aachen 

 
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