| BdV und Neonazis feiern gemeinsam den "Ostdeutschen Markt" |
| Montag, 27. August 2007 | |
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Eklat beim "Ostdeutschen Markt": Neonazis feierten am Samstag auf der von Bürgermeister Paul Larue (CDU) protegierten Veranstaltung gemeinsam mit dem "Bund der Vertriebenen" (BdV).
Der gemeinsam von BdV und Stadt Düren organisierte „Tag der Heimat“ samt dem dazugehörigen „Ostdeutschen Markt“ auf dem Rathausvorplatz ist seit Jahren Gegenstand teils heftiger politischer Kontroversen – u.a. deshalb, weil in der Vergangenheit mehrfach Redner aus dem Spektrum der extremen Rechten bei der Veranstaltung auftraten bzw. eingeladen waren. Skandalös ist, dass der BdV nach wie vor von Bürgermeister Paul Larue (CDU) aktiv unterstützt wird. Die Redner im Foyer – darunter der BdV-Kreisvorsitzende Manfred Bahrsuhn, der BdV-Ehrenvorsitzende Karl-Heinz Weschke, Bürgermeister Larue, die FDP-Stadtverordnete Brigitte Capune-Kita und ein Vertreter der beiden großen Kirchen – schlugen deutlich moderatere Töne an, als man noch in den vergangenen Jahren zu hören bekam. Wir werten dies als Erfolg der beständigen antifaschistischen Arbeit gegen den BdV. Die Hauptrede vor den etwa 80 Besuchern hielt der Solinger CDU-Landtagsabgeordnete Horst Westkämper, der vor allem die Verdienste seiner Partei für die „Vertriebenen“ in den Vordergrund stellte. Positiv hervorzuheben ist, dass keine Vertreter der SPD und Grünen anwesend waren – der BdV in Düren ist offenbar zunehmend politisch isoliert. Der im Vorfeld angekündigte Besuch der NPD blieb im Rathausfoyer zunächst aus. Wenig später tauchten jedoch etwa ein Dutzend Neonazis auf dem „Ostdeutschen Markt“ auf (da waren Bürgermeister Larue und die Vertreter der Lokalpresse freilich schon gegangen). „Klare BdV-Absage an die NPD. Bund der Vertriebenen wehrt sich gegen den Vorwurf der Rechtslastigkeit“ titelten die „Dürener Nachrichten“ (DN) im März 2007. Hintergrund des Artikels war ein Schreiben eines ehemaligen Dürener BdV-Funktionärs, der die Pfarrerin Susanne Rössler, Sprecherin des Bündnisses gegen Rechts, bei der Evangelischen Kirche Deutschlands wegen der Gründung des Bündnisses in der Christuskirche denunziert hatte und sich beschwerte, dass eine Gruppe von Personen (gemeint waren NPD und Neonazis) von der Teilnahme ausgeschlossen worden waren. Um die angebliche Distanz zur extremen Rechten zu untermauern, führte der BdV ein Schreiben vom Juni 2006 an die NPD an. Die Neonazis hatten die „Vertriebenen“ zu ihrem „Sommerfest“ eingeladen (Warum erhält der BdV eigentlich eine Einladung der NPD? Uns ist keine demokratische Gruppe oder Partei bekannt, die ein solches Schreiben erhalten hat). Laut DN vom 28. März 2007 schrieb der BdV damals: „Wir möchten nicht - auch nur annährend – als Freunde Ihrer NPD vereinnahmt werden. Wir suchen und wollen keinen kameradschaftlichen Schulterschluss mit Ihrer Partei“. Eine reine Schutzbehauptung gegen die antifaschistische Kritik am BdV, wie sich nun herausstellte: Tatsächlich wurden die Neonazis auf dem „Ostdeutschen Markt“ nicht nur geduldet, sondern herzlich aufgenommen (siehe dazu die Fotos weiter unten). Die NPD schreibt dazu auf ihrer Homepage: „Die NPD Düren und die Kameradschaft Aachener Land pflegt [sic!] schon seit Jahren ein gutes Verhältnis zu Teilen des BdV und lies es sich nicht nehmen, auch in diesem Jahr den Ostdeutschen Markt zu besuchen.“ Nachdem die NPD den Platz verlassen wollte, sei man in ein Zelt gerufen worden und habe zum Abschied von BdV-Leuten eine Flasche Schnaps („Bärenjäger“) als Geschenk erhalten. Und weiter: „Man [der BdV] brachte zum Ausdruck, daß man sich jetzt schon auf eine intensivere Zusammenarbeit freuen würde. Eine Einladung zum nächsten ‚Ostdeutschen Markt’ nahmen wir gerne entgegen.“ Wir sind nun gespannt, ob sich Bürgermeister Larue deutlich und öffentlich gegen den Schulterschluss von BdV und Neonazis positioniert. Wir halten ihn auf Grund seiner langjährigen Unterstützung des BdV als Sprecher des Dürener Bündnisses gegen Rechts schon jetzt nicht mehr für tragbar.
Der BdV-Kreisvorsitzende Manfred Barsuhn (links) störte sich nicht an den Vertretern von "Kameradschaft Aachener-Land" und NPD ...
... die sich deutlich als Neonazis (u.a. durch das Tragen von Hakenkreuz-T-Shirts) zu erkennen gaben.
Stattdessen wurden diese herzlich vom BdV aufgenommen und der "Kameradschaftsführer" und NPD-Funktionär Rene Laube (Bildmitte) zu einem Tänzchen eingeladen.
"Antifa bedeutet Angst und die werdet ihr haben wenn wir zu Euch kommen" lautete die unverhohlene Drohung an die politischen Gegner der Neonazis. Siehe auch: Presseerklärung der Antifa Düren vom 16. August 2007 Dürener Nachrichten vom 27. August 2007 (Online-Fassung) Offener Brief von Paul Schäfer (MdB) an BM Larue wg. "Tag der Heimat"
Offener Brief von Lothar Böling (Fraktionsvorsitzender Die.Linke /Offene Liste) an BM Larue wg. "Tag der Heimat" Dossier der Antifa Düren zum BdV (2002, PDF-Datei ca. 190 kb) |
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