Den bundesweiten Neonazi-Aufmarsch in Stolberg am 4.4 verhindern
Sonntag, 8. Februar 2009
Für den 4. April 2009 haben Neonazis um den NPD-Vorsitzenden Ingo Haller aus Düren erneut einen Aufmarsch in Stolberg (Kreis Aachen) angekündigt. NPD und Kameradschaften instrumentalisieren den gewaltsamen Tod eines jungen Mannes, um Stimmung gegen den von Migranten geprägten Stadtteil Mühle zu schüren. AntifaschistInnen aus der Region rufen zum Widerstand gegen den geplanten Aufmarsch auf. Wir dokumentieren an dieser Stelle einen Aufruf des AK Antifa Aachen und des Antifa AK Cologne. 

Den bundesweiten Neonazi-Aufmarsch in Stolberg am 4.4 verhindern  

Alle Jahre wieder? 

Im April 2009 jährt sich eine tödliche Auseinandersetzung, die in Stolberg stattfand. Sie wird und wurde von Neonazis zum Anlass genommen ein bundes- wenn nicht europaweites Großereignis der extremen Rechten zu etablieren. Erneut planen dieses Jahr hunderte Neonazis einen Aufmarsch in Stolberg/Rhld. Das Ereignis und das, was Neonazis daraus machen, wirkt sich weit über die Region hinaus auf neofaschistische Strukturen aus.

Was steht an?

Am 4.4. 2009 rufen Neonazis erneut dazu auf, in Stolberg aufzumarschieren. „Sicher leben – ohne Multikulti“ soll das diesjährige Motto heißen, das die rassistische Instrumentalisierung der Tötung auf den Punkt bringt. Als Gedenkmarsch deklariert, werden hunderte Neonazis, „freie und parteigebundene Kräfte“ geeint, durch das migrantische Viertel marschieren, um dort ihre rassistischen Phantasien denen entgegenzuschleudern, die ihre menschenverachtende Gewalt fokussiert. Wenn wir das nicht – alle zusammen – verhindern.

Verhindern? Verhindern!

Zusammen verhindern heißt für uns die Vernetzung mit Anwohner_innen aus dem Viertel, in dem der Aufmarsch stattfinden soll, heißt für uns die Verschiedenheit der Widerstandsformen als Wert zu begreifen und daraus folgend, den Nazis möglichst vielfältige Aktionsformen entgegenzusetzen. Gerade im migrantischen Viertel gab es im letzten Jahr massive Gegenwehr gegen die Aufmärsche. Daran wollen wir anschließen.

Nun könnten wir uns damit retten, zu sagen: Das ist doch nur ein kleines Dorf im Nirgendwo. Das Ereignis, was dort aber konstruiert wird, wirkt erstarkend auf die gesamte Neonaziszene. Eine sich einstellende Routine, ein Großereignis für die extreme Rechte, müssen wir, müssen Antifaschist_innen aufbrechen, bevor es sich etabliert, bevor es zu einem festen Datum in einem jeden Nazikalender wird, bevor der Mythos sich durchgesetzt hat.



 
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