| "Es ist unglaublich, dass Sie Nationalisten hofieren" |
| Freitag, 28. September 2007 | |
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Lothar Böling, Ratsmitglied DIE.LINKE.Offene Liste wendet sich wegen der neuerlichen Unterstützung des rechten "Bundes der Vertriebenen" an Bürgermeister Paul Larue (CDU). Wir dokumentieren das Schreiben an dieser Stelle:
Sehr geehrter Herr Larue, wie einer Einladung der Landsmannschaft Ost- und Westpressen Kreisgruppe Düren zu entnehmen ist, findet in der Zeit v. 04.-12.10.2007 im Foyer des Dürener Rathauses eine Ausstellung statt. Nach Auffassung der Offenen Liste DIE LINKE. Düren will man mit Hilfe dieser Wanderausstellung über Kurt Schumacher verstärkt Sozialdemokraten vor den maroden Karren der Landsmannschaften und des reaktionären „Bundes der Vertriebenen“ (BdV)spannen. In der Einladung heißt es sogar: „Wir haben die Ausstellung nach Düren geholt, als einen Beitrag für 'Extremistenfreie Stadt und Kreis Düren.'" Vor dem Hintergrund, dass beim Dürener „Tag der Heimat“ 2007 der stellvertretende Kreisvorsitzende der NPD mit der dort aufgetretenen Volkstanzgruppe ein Tänzchen wagte, werten wir diese Aussage als Scherz. Nach eigener Aussage sah Herr Manfred Barsuhn (Vorsitzender des BdV-Kreisverband Düren) keinen Grund, die anwesenden Mitglieder von NPD und „Kameradschaft Aachener Land“ des Platzes zu verweisen. Der Landsmannschaft Ost- und Westpreussen Kreisgruppe Düren, deren Vorsitzender ebenfalls Herr Barsuhn ist, ist offensichtlich jedes Mittel recht, um reaktionäre Politik gesellschaftsfähig zu machen. Ziel dieser Politik ist es, die im II. Weltkrieg verlorenen Gebiete wieder „Heim ins Reich“ zu holen. Hiermit protestiere ich dagegen, dass Sie erneut und bewusst reaktionären Kräften (Landsmannschaft Ost- und Westpressen Kreisgruppe Düren) das Rathausfoyer zur Verfügung stellen. Mit der Eröffnung dieser Ausstellung durch den Bürgermeister werden Kräfte unterstützt, deren dreiste Gebietesforderungen gegenüber unseren Nachbarländern den Frieden in Europa gefährden. Ich fordere Sie auf, dass Werben um Wählerstimmen am rechten Rand der Gesellschaft endlich einzustellen. Es ist einfach unglaublich, dass Sie als Bürgermeister einer Stadt, in der Menschen aus 115 Nationen leben, Nationalisten und Revanchisten ständig hofieren. Interessant ist auch, wer die Einführung in die Ausstellung vornehmen soll: Dr. Lothar Hyss und Magdalena Oxfort. Beide sind Vertreter des Westpreußischen Landesmuseums in Münster. Herr Hyss ist gar Direktor des Museums. Träger dieses Museums ist übrigens die „Erik-von-Witzleben-Stiftung“, jetzt "Kulturstiftung Westpreußen". Der Namensgeber dieser Stiftung war hochrangiger SS-Funktionär. Erik von Witzleben wurde 1940 mit einem Führerdienstgrad in die SS aufgenommen und 1942 zum SS-Sturmbannführer befördert, bevor er 1949 Vorsitzender der Landsmannschaft Westpreußen wurde. Die Nazi-Vergangenheit Erik von Witzlebens wird in den offiziellen Darstellungen der Stiftung und der Landsmannschaft Westpreußen verschwiegen, bzw. wurde durch die Umbenennung in „Kulturstiftung Westpreußen“ unter den Teppich gekehrt. Ich finde vor diesem Hintergrund bekommt die Ausstellung über Kurt Schumacher im Dürener Rathaus eindeutige Konturen. Mit freundlichen Grüßen Lothar Böling Ratsmitglied DIE LINKE. Offene Liste |
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