| Gegen ein zweites Salem in Stolberg! |
| Donnerstag, 22. Januar 2009 | |
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AntifaschistInnen aus der Region Aachen/Düren
bereiten Aktionen gegen den in Stolberg (Kreis Aachen) am 4. April 2009
geplanten Neonazi-Aufmarsch vor. Wir rufen zur Unterstützung der
örtlichen Antifas auf. Einige Infos vorab.
Die Nazis
versuchen den Tod eines neunzehnjährigen Berufsschülers im April 2008,
den sie als „ihren Kameraden“ bezeichnen, für ihre Zwecke
propagandistisch ausnutzen. Unter dem Deckmantel eines „Trauermarsches“
soll die Gewalttat genutzt werden, um Rassismus und Ausländerhass zu
schüren. Die
FreundInnen und die Familie des Opfers erklärten, es sei kein
Sympathisant der Rechten gewesen. Sie wehrten sich öffentlich dagegen,
dass sein Tod für politischen Ziele missbraucht werden soll. Doch
die Neofaschisten sehen hier eine Gelegenheit, um sich weiter in der
Region zu verankern. Sie wollen unter dem Deckmantel von
„Trauermärschen“ die Stadt Stolberg zu einem braunen Wallfahrtsort
machen. Vorbild ist das schwedische Salem, ein Vorort von Stockholm, wo
seit Jahren im Dezember der größte regelmäßige Aufmarsch von Neonazis
in Nordeuropa stattfindet. Vor wenigen Wochen thematisierte der
deutsche Neonazis Patrick Müller in einer Rede in Salem den Vorfall aus
Stolberg. Daher ist davon auszugehen, dass in Stolberg ein ähnlicher
großer Aufmarsch bevorsteht, wie im Jahr 2008. Damals marschierten
die Neonazis dreimal durch die Stadt Stolberg. Am 12. April waren ca.
800 Neonazis und am 26. April noch einmal etwa 400 Neonazis aus der
gesamten Bundesrepublik und dem benachbarten europäischen Ausland. Für
die nächsten Jahre sind weitere Aufmärsche in Stolberg angemeldet.
Maßgeblich vorangetrieben werden diese Aktionen vom Dürener
NPD-Kreisvorsitzenden Ingo Haller, der auch Mitglied im
NPD-Landesvorstand NRW ist und dort die Funktion des stellvertretenden
„Landesorganisationsleiter“ ausübt. Geht es nach den regionalen
Neonazis, soll in Stolberg ein weiterer regelmäßiger brauner Event
etabliert werden – neben den Aufmärschen in Dresden, Halbe und am 1.
Mai und 1. September. Am 4. April plant das Stolberger Bündnis
gegen Radikalismus eine Großkundgebung gegen die Neonazis. Aber dieser
kalkulierbare, „bürgerliche“ Protest wird allein nicht ausreichen, um
ein zweites Salem zu verhindern. Es ist daher dringend notwendig, sich
energischer und konsequenter als im vergangenen Jahr den Neonazis in
den Weg zu stellen. Dies kann aber nicht allein die Aufgaben von
AntifaschistInnen aus der Region Aachen sein.
Wir rufen daher alle
Nazigegner auf: Lassen wir die Stolberger AntifaschistInnen nicht mit
„unseren“ und „euren“ Neonazis allein. Sorgen wir im April dafür, dass
Stolberg nicht zu einem braunen Walhalla wird! Bitte merkt
Euch jetzt schon den 4. April vor – dieses Datum sollte ein fester
Termin für antifaschistische Aktivitäten im ersten Halbjahr 2009 sein.
Weitere Infos zum Thema auf www.antifa-dueren.org: Hintergründe zum Neonazi-Aufmarsch am kommenden Samstag in Stolberg (April 2008) Sehnsucht nach Salem (aus der Zeitschrift "Der Rechte Rand")
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