Gemeinde Hürtgenwald: Neonazis werfen Kranz in Vossenack ab
Sonntag, 21. März 2010

Heute haben Neonazis eine nicht angemeldete Kundgebung in Hürtgenwald abgehalten. Rund 20 Mitglieder und Anhänger der „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL) und der NPD marschierten auf dem Vossenacker Soldatenfriedhof auf.

Die konspirativ organisierte Aktion begann bei strömenden Regen kurz nach 14 Uhr, als die Neonazis am Friedhof in Hürtgenwald-Vossenack eintrafen. Zuvor hatten diese sich an einem Schleusungspunkt gesammelt. Mit zwei schwarz-weiß-roten Fahnen ausstaffiert hielten sie eine etwa zwanzigminütige Kundgebung ab und legten einen Kranz der „Kameradschaft Aachener Land“ und der „Freien Nationalisten Euskirchen“ (FNE) nieder.

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Die Versammlungsteilnehmer waren teilweise aus der weiteren Region nach Vossenack angereist. Unter ihnen befanden sich u.a. der „Kameradschaftsführer“ der KAL und mutmaßliche Organisator des heutigen Aufmarsches, Rene Laube, der Dürener NPD-Aktivist Frank Servos und der Aachener Joachim G., der als Webmaster der KAL gilt. Als die Polizei am Friedhof eintraf, hatte sich die Versammlung bereits aufgelöst: Die „stolzen Kämpferinnen und Kämpfer“ für „Volk und Vaterland“ waren von ihrem „heldenhaften“ Einsatz augenscheinlich so erschöpft, dass sie sich erst einmal in der „Sportgaststätte Rüttgers“ in Vossenack erholen mussten, bevor sie den Heimweg antraten.

Mit der heutigen Kundgebung holte die KAL offenbar ihr ursprünglich für das vergangene Wochenende geplante „Heldengedenken“ nach. Seit Jahren marschieren Neonazis auf Soldatenfriedhöfen im Kreis Düren auf, um die faschistische Wehrmacht zu glorifizieren. Wiederholt kam es auch zu Aktionen in Hürtgendwald-Vossenack, an denen bis zu 50 Neonazis teilnahmen. Im vergangenen Jahr versammelten sich KAL-Anhänger in Jülich.

Dass heute nur noch eine Handvoll Neonazis dem Aufruf der KAL folgte, zeigt, dass es um die Mobilisierungsfähigkeit der Gruppe zurzeit erfreulicherweise nicht zum Besten steht. Möglicherweise spielte auch die Furcht vor Strafverfolgung eine Rolle: Schließlich drohen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der heutigen Kundgebung Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetzes.

Siehe auch:

Antifa Düren fordert Schließung des Museums „Hürtgenwald 1944 und im Frieden“  

(Antifa Düren, Mai 2009)

Erneuter Aufmarsch von Neonazis und Waffen-SS in Vossenack?  

(Antifa Düren, Oktober 2006)

Landrat, Polizei und Staatsschutz schauten weg  

(Antifa Düren, November 2002)

 
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Antifa Düren zwitschert

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