Jülich: Braunes „Heldengedenken“ von „Kameradschaft Aachener-Land“ und NPD
Samstag, 14. März 2009

Heute haben Neonazis auf dem Soldatenfriedhof in Jülich ein „Heldengedenken“ durchgeführt. Dies erfuhr die Antifa Düren aus Szene-Kreisen.

Demnach versammelten sich heute Mittag rund 20 ewig gestrige Mitglieder und Anhänger der „Kameradschaft Aachener-Land“ und der NPD zu einer nicht angemeldeten Kundgebung auf dem Soldatenfriedhof an der Linnicher Straße. Die Neonazis – ausstaffiert mit einer Reichskriegsflagge – entzündeten Kerzen, legten einen Kranz mit der Aufschrift „Im Gedenken an die Helden des I. und II. Weltkriegs“ nieder und posierten schließlich für ein Gruppenfoto vor dem Hochkreuz.

Die Verherrlichung von Wehrmacht und insbesondere der Waffen-SS ist fester Bestandteil der Ideologie von NPD und anderen Neonazis. Indem die Täter zu „Helden“ stilisiert werden, sollen vor allem die NS-Verbrechen relativiert und geleugnet werden. Die Soldaten der kaiserlichen Armee und der faschistischen Wehrmacht waren keine Helden. Sie fielen mordend und brandschatzend für die Interessen des deutschen Imperialismus in andere Länder ein. Insbesondere die Überzeugungstäter der Waffen-SS setzten brutal die Vernichtungspolitik der Nazis um. Helden waren nicht diese Täter, sondern die Deserteure, die sich der Beteiligung an diesen Verbrechen verweigerten und sich dem Widerstand gegen Krieg und später Faschismus anschlossen.

Im Kreis Düren kommt es seit Jahren immer wieder zu kleineren rechten Aufmärschen auf verschiedenen Soldatenfriedhöfen, etwa in Hürtgenwald-Vossenack (zuletzt im März 2008). Dort ist es den Neonazis aufgrund verschiedener antifaschistischer Interventionen nicht mehr möglich, wie noch im Jahr 2002 am so genannten „Volkstrauertag“ eine Kundgebung abzuhalten.

Ge(h) denken! Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!

Antifa Düren, 14. März 2009

 
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Antifa Düren zwitschert

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