Kommunalwahl-Ergebnisse im Kreis Düren: Neonazis gewinnen Stimmen
Sonntag, 30. August 2009

Im Vergleich zu den jüngsten Bundestags- und Landtagswahlen konnte die NPD bei der heutigen Kommunalwahl Stimmen hinzugewinnen. Im Dürener Stadtrat und im Kreistag wird die Neonazi-Partei künftig mit je einem Mandat vertreten sein. 

Bei der Wahl zum Kreistag erreichte die NPD 2,01 Prozent, bei der Wahl zum Dürener Stadtrat 2,61 Prozent. In der Stadt Düren profitierten die Neonazis von einer geringen Wahlbeteiligung, verpassten aber den Einzug  in Fraktionsstärke in das Rathaus. Mit dem NPD-Kreisvorsitzenden Ingo Haller hatten die Braunen zudem einen Landratskandidaten nominiert. Nach Auszählung aller Stimmbezirke lag Haller bei rund 3,17 Prozent der Stimmen. Künftig werden nun der ehemalige Juso-Funktionär Rene Rothhanns im Stadtrat und Ingo Haller im Kreistag vertreten sein.

Ein Blick in die Region

Im benachbarten Rhein-Erft-Kreis blieb die NPD unter 0,5 Prozent der Stimmen und verpasste den Einzug in den Kreistag deutlich. Allerdings trat die Partei dort nicht in allen Wahlbezirken an. Die rechtspopulistische Organisation "Pro NRW" wird hingegen mit knapp 2,6 Prozent der Stimmen (2 Mandate) erstmals im Kreistag vertreten sein.

In Stolberg (Kreis Aachen) hat die extreme Rechte deutlich an Stimmen verloren. Bislang saßen zwei Vertreter der NPD und ein DVU-Mann im Rat der Kupferstadt. Nun könnten die Neonazis dort ihren Fraktionsstatus verlieren. Dann würde der bisherige NPD-Fraktionsvorsitzende und Spitzen- sowie Bürgermeister-Kandidat Willibert Kunkel alleine die Ratsbank drücken müssen.

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Wahlverlierer des Tages: Der Stolberger Neonazi Willibert Kunkel

Die rassistischen "Republikaner" (REP) haben in Alsdorf (Kreis Aachen) deutlich an Stimmen verloren, werden aber im neu gewählten Stadtrat weiterhin in Fraktionsstärke vertreten sein. Auch in den erstmals gewählten Rat der Städteregion Aachen ziehen die REP mit einem Mandat ein.

Im Kreis Heinsberg verlor die NPD im Vergleich zur Kommunalwahl 2004 stark, wird aber weiterhin mit einem Vertreter (Helmut Peter Gudat, Hückelhoven) im neu gewählten Kreistag vertreten sein. Real haben die Neonazis dort jedoch stark an Stimmen verloren. Wenn man berücksichtigt, dass die NPD 2004 nur 13 von 28 Wahlbezirken besetzt hatte, haben sich die NPD-Stimmen in etwa halbiert.

Das Wahlergebnis zeigt: Überall dort, wo bislang extrem Rechte in den kommunalen Vertretungen saßen, haben NPD und andere Parteien an Stimmen verloren. In der politischen Praxis haben sich diese "entzaubert", eine Erfahrung die die Rechts-Wähler in Stadt und Kreis Düren erst noch machen m üssen.

Für weitere Infos und Nachberichte (auch aus anderen Kommunen in der Region) empfehlen wir einen Blick in den Blog des Aachener Journalisten Michael Klarmann: 

http://klarmann.blogsport.de/ 

Eine ausführliche Wahlanalyse der Antifa Düren folgt in ca. 14 Tagen, nach der Rückkehr von der Bildungsreise nach Portugal und Spanien.

Siehe auch: Düren: Gelingt der NPD der Einzug in den Stadtrat und Kreistag?  (Antifa Düren, 30. August 2009) 

Stand: 30.08.2009, 22:40 Uhr

 

 
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Antifa Düren zwitschert

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