No Pasaran! Der Naziaufmarsch in Dresden wurde erfolgreich verhindert!
Montag, 15. Februar 2010

Erlebnisbericht eines Aktivisten aus Düren

Am 13. Februar 2010 wollten zum wiederholten Mal Neonazis aus dem In- und Ausland in Dresden aufmarschieren, um Deutschlands Kriegsschuld zu leugnen. Gegen diese niederträchtigen Bestrebungen formierte sich ein breites Bündnis des antifaschistischen Protestes. Ziel dieses Bündnisses war es durch friedliche Massenblockaden den Naziaufmarsch zu stoppen. Dieses Jahr wurde das antifaschistische Bündnis in Dresden auch durch eine größere Delegation der Antifa Düren unterstützt.

Am Abend des 12. Februar 2010 brach unsere Delegation nach Dresden auf. Wir erreichten die Dresdner Neustadt gegen neun Uhr am folgenden Morgen. Die Aktivisten der Antifa Düren und Antifa Köln besetzten entschlossen als erste Gruppe die Leipzigerstraße. Die Polizei reagierte zunächst verdutzt auf unser Erscheinen. Schon bald versuchte sie jedoch die friedlichen Aktivisten abzudrängen. Dabei setzte sie auch aus nicht verständlichen Gründen Pfefferspray ein und beschimpfte die couragierten Antifaschisten. Wir ließen uns aber nicht einschüchtern und verharrten entschlossen auf der Straße.. Schon bald erhielten wir Unterstützung von zahlreichen anderen Demonstrantinnen und Demonstranten..

Es gelang uns unsere Blockade zu festigen. Immer mehr und mehr Unterstützer eilten uns zur Hilfe, sodass es für die Polizei nicht mehr möglich war, uns wegzudrängen. Gegen 10 Uhr erreichte uns ein Lautsprecherwagen des Jenaer Aktionsnetzwerkes gegen Rechtsextremismus, welcher alle Teilnehmer mit guter Musik und den neuesten Informationen beschallte. Die ersten Aktivisten begannen zu tanzen und erfreuten sich an den eintreffenden Nachrichten, welche davon berichteten, dass es überall in der Dresdner Neustadt Blockaden gibt und die Nazis nicht vorankommen. Wir trotzten der eisigen Kälte und wurden zur Belohnung von Anwohnern unterstützt, die uns heißen Tee und Kartoffelsuppe brachten.

Gegen 17 Uhr brach unter den Demonstranten ein berauschender Jubel aus, als wir die Information erhielten, dass der Naziaufmarsch definitiv nicht stattfinden wird. Mehr als zwölftausend antifaschistische Teilnehmer an den friedlichen Blockaden waren einfach zu viel. Er erschallten immer wieder die Parolen „Alerta Antifascista!“ und „No Pasaran!“. Um 17.15 Uhr löste sich die Blockade an der Leipzigerstraße, die wir fast neun Stunden entschlossen gehalten hatten, auf und es formierte sich noch ein Demonstrationszug Richtung Dresdner Neustadt. Die Freude über unseren Erfolg war unbeschreiblich. Wir hatten es tatsächlich geschafft unsere Ankündigung „No Pasaran - Sie kommen nicht durch!“ Realität werden zu lassen. Nach einem kleinen Imbiss bei dem Italiener unserer Wahl und einer freundschaftlichen Schneeballschlacht zwischen der Antifa Düren/Köln und den Teilnehmern des DGB Köln, welche wir für uns entscheiden konnten, traten wir geschafft und zugleich überglücklich unseren Heimweg an.

Es hat sich zum gezeigt, dass friedliche Massenblockaden das richtige Mittel sind, um Märsche der Neonazis zu stoppen. Menschenketten fernab vom Geschehen, Gebete oder die Illusion, sich auf Gerichtsentscheide und/oder die Polizei zu verlassen, haben noch keine Nazis gestoppt. Die antifaschistische Selbsthilfe organisieren wir selbst.

Der gestrige Tag war ein riesiger Erfolg für die antifaschistische Bewegung und zugleich eine große Schmach für die Neonazis. Für die Zukunft heißt die Parole auch weiterhin „No Pasaran - Sie kommen nicht durch!“. Wir dulden keine Naziaufmärsche! Weder in Dresden, Düren, Stolberg oder anderswo!

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Antifa Düren zwitschert

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