| Solidarität gegen Neonazi-Angriff |
| Samstag, 22. Mai 2010 | |
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Mit einer kleinen, aber kraftvollen Demonstration haben knapp 40 Menschen aus dem Umfeld der Antifa am vergangenen Donnerstag in Düren gegen neonazistische Gewalt und für die Stärkung antifaschistischer Strukturen demonstriert.
Konkreter Anlass war der mutmaßlich von Neonazis begangene Angriff auf das Dürener Jugendzentrum Multikulti. In der Nacht vom 8. auf dem 9. Mai haben bislang unbekannte Täter nach einem antifaschistischen Konzert zum 65.Jahrestag der Befreiung vom Faschismus im Eingangsbereich des Multikulti großflächig Scheiben eingeschlagen. Bereits in der Nacht zum 7. Mai war das Multikulti bzw. das „Haus der Stadt“ Ziel von neonazistischen Schmierereien geworden, die teils von der „Kameradschaft Aachener Land“ unterzeichnet waren. Die Täter, die die erhebliche Sachbeschädigung am Multikulti verübt haben, dürften daher in den Reihen dieser Neonazi-Gruppe bzw. der eng mit ihr verwobenen Dürener NPD zu finden sein. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Demonstration am Donnerstag brachten ihre Solidarität mit den Angegriffenen zum Ausdruck. Das Multikulti leistet eine engagierte Arbeit für Kinder und Jugendliche (nicht nur) mit Migrationsbiografie. Der Angriff richtete sich deshalb nicht nur gegen die Antifa Düren, die dort als Gast ein Konzert veranstaltete, sondern auch gegen soziales Engagement für eine Gesellschaft, in der Menschen unterschiedlichster Herkunft friedlich zusammen leben. Die antifaschistische Aktion war auch ein Signal an die Neonazis in Düren und Umgebung: „Es reicht – ihr habt eine Grenze endgültig überschritten!“ Während der Demonstration kam es im Bereich des Marktplatzes zu einer Provokation. Dort wurde von einem Passanten unter den Augen der anwesenden Polizei der Hitlergruß gezeigt. Durch die besonnene Reaktion der Antifaschistinnen und Antifaschisten kam es aber zu keiner Eskalation – diese hätte für den Neonazi auch unangenehme Folgen haben können. Als politisch fatal schätzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Demonstration ein, dass es trotz Bemühungen der Antifa Düren nicht gelungen war, eine gemeinsame Aktion des Dürener Bündnisses gegen Rechts zu organisieren. Dieses Ansinnen wurde von Mitgliedern des Sprecherkreises abgeblockt – folglich nahmen auch keine Mitglieder des Dürener BgR an der Demonstration am Donnerstag teil. Mehr als zehn Tage nach dem Angriff auf das Multikulti haben weder die evangelische Gemeinde als Betreiberin, noch die Stadt Düren als Eignerin, es fertiggebracht, sich zu dem Vorfall zu positionieren. Beide Institutionen sind – übrigens ebenso wie die Antifa Düren – Mitglied im Bündnis. Für die Mitglieder der Antifa Düren stellt sich zunehmend die Frage nach der Sinnhaftigkeit eines Bündnisses gegen Rechts, dass zum wiederholten Mal immer dann scheitert, wenn es gilt, schnell auf neonazistische Aktivitäten zu reagieren.
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