| Treffen der Nazis in Düren verhindert - Polizei leistet Naziprovokation Vorschub |
| Samstag, 27. März 2010 | |
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Nazi-Stammtisch in Düren am Freitag verhindert. 45 Antifaschisten_Innen auf Kundgebung und Demo gegen Neofaschimus, Rassismus und Nationalismus. Polizei leistet Naziangriff auf Demonstranten_Innen Vorschub. Nach der Kundgebung Demo gegen Faschismus.
Nur durch die Aktivitäten der Antifa Düren konnte der „Stammtisch“ der neofaschistischen NPD und ihrer Schlägerbande KAL in der Gaststätte „Postschänke“ am vergangenen reitag in Düren verhindert werden. Erst zwei Tage vor dem geplanten Treffen erfuhr die Antifa Düren Termin und Ort der Neonazizusammenrottung. Darauf setzte sie im Vorfeld alle Hebel in Bewegung um dieses Treffen zu verhindern. Ein Gespräch mit der Vermieterin, die Veröffentlichung des Sachverhaltes und die Ankündigung von Protesten gegen dieses Treffen brachten die Vermieterin wohl zur Einsicht, dass es ihrem Ruf nicht förderlich wäre den Neonazis weiterhin Räume zur Verfügung zu stellen. Nachdem die Antifa Düren die Absicht gegen den „NPD-Stammtisch“ zu protestieren öffentlich gemacht und kurzfristig dafür mobilisiert hat, sah sich die Polizei genötigt, mit eigenen Recherchen und in Gesprächen mit der Vermieterin und dem Neonazichef Ingo Haller aktiv zu werden. Die Polizei teilte während eines Gesprächs mit dem Anmelder der Proteste mit, dass die Vermieterin ihre Zusagen gegenüber den Neonazis zurückgenommen habe. Vorsorglich hielten die Organisatoren an ihrem Konzept fest. Im besten Fall sollte der Erfolg mit der angemeldeten Kundgebung bekräftigt werden. Nach allen Erfahrungen war Vorsicht geboten. Gegen 20.30 Uhr hatten sich dann mehr als 40 Antifaschisten vor der Kneipe zur Kundgebung eingefunden. Sie konnten feststellen, dass ihr bisheriger Einsatz in dieser Sache mit einem Teilerfolg belohnt wurde. Die Neonazis konnten sich zumindest an diesem Abend nicht wie geplant in der „Postschänke“ zusammenrotten. Polizei lässt Neonazi-Provokation zu ... Im weiteren Verlauf tauchte, offensichtlich mit keinen guten Absichten, eine Gruppe Neonazis auf. Unter dieser befanden sich die bekannten und teils wegen Körperverletzungsdelikten vorbestraften Gewalttäter aus der NPD und KAL, Rene Laube, Denis Unruh, Falko Wolf und Marcel Roth. Spätestens jetzt hätte die Polizei konsequent einschreiten und die Neonazis, die für die Polizei keine Unbekannten sein dürften, des Platzes verweisen müssen. AntifaschistInnen wären in einer Situation mit anders verteilten Rollen von der Polizei niemals so nah an eine rechte Demonstration herangelassen worden.Trotz der Provokation von Seiten der Neonazis und der allmählichen Eskalation der Situation schritten die Beamten in Uniform und in Zivil nicht ein. Sie kamen ihrer eigentlichen Aufgabe, die angemeldete offizielle Kundgebung vor Provokateuren und Störungen zu schützen, nicht nach.
![]() Demo gegen NPD-Stammtisch in Düren Als der Verantwortliche der Kundgebung in Begleitung eines Teilnehmers des Protestes den Einsatzleiter der Polizei auf die Situation aufmerksam gemacht hatte, hörte dieser, offensichtlich gelangweilt zu. Er zeigte kein Interesse die angespannt Situation zu entschärfen. Noch einmal auf die brenzlige Situation angesprochen meinte er nur, er habe dass ihm gesagte zur Kenntnis genommen. Der angesprochene Polizeihauptkommissar wurde ausdrücklich auf die Gefährlichkeit der Neonazis und deren Neigung zu tätlichen Übergriffen hingewiesen. ... und Angriff auf einzelnen Nazi-Gegner zu Keine fünf Minuten später trat dann das ein, was der Leiter der Demo befürchtet hatte und durch das Gespräch mit dem Einsatzleiter der Polizei verhindern wollte. Als ein Antifaschist aus einer Pizzeria kam, die sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite des Kundgebungsplatzes befand, wurde er auf brutalste Weise von den Neonazis zu Boden geschlagen und, bereits am Boden liegend, von einem Neonazi mit Füßen getreten. Dabei erlitt er blutende Verletzungen. Der Verlauf weißt Parallelen auf zu Ereignissen von vor zwei Jahren in Aachen. Damals konnte eine Gruppe von ca. 35 Neonazis ungestört eine Demo von Antifaschistinnen angreifen. Mindestens zwei der Provokateure und Angreifer in Düren waren damals bereits aktiv dabei. Genau wie vor zwei Jahren hat das Verhalten - beziehungsweise Nichtverhalten - der Polizei dem Angriff Vorschub geleistet. Allein dem beherzten Einschreiten der Antifaschistinnen war es auch diesmal zu verdanken, dass der Angriff abgewehrt und dadurch Schlimmeres verhindert werden konnte. Erst ab diesem Zeitpunkt sah sich die Polizei veranlasst überhaupt einzuschreiten. Soweit erkennbar wurden trotz des offensichtlichen Tatbestandes der Körperverletzung keine Personalien der Nazi-Tätergruppe festgestellt. Die Neonazis konnten unbehelligt von den eingesetzten Beamten abziehen. Das Verhalten der Polizei ist skandalös. Offensichtlich hat die Polizeiführung im Kreis Düren aus den Ereignissen von vor zwei Jahren in Aachen nicht die notwendigen Konsequenzen gezogen. Einen anderen Schluss lassen die neuerlichen Ereignisse nicht zu. Jetzt bleibt zu befürchten, dass die Dinge in Düren einen ähnlichen weiteren Verlauf wie damals in Aachen nehmen. Die Nazitäter von damals sind bis heute nicht zur Verantwortung gezogen worden. Stattdessen wurden mit großer Anstrengung Ermittlungen gegen die Opfer geführt, die dann allerdings eingestellt werden mussten. Ein besonderer Dank gilt den meist jungen AntifaschistInnen, die dem kurzfristigen Aufruf der Dürener Antifagruppe gefolgt sind.
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