| Aktionsplan gegen Neonazismus gefordert |
| Mittwoch, 25. Januar 2006 | |
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Anlässlich des internationalen „Gedenktages für die Opfer des
Nationalsozialismus“ (27. Januar) fordert die Antifa Düren einen
Aktionsplan gegen Neonazismus im Kreisgebiet.
Hintergrund sind die Aktivitäten der „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL). Im letzten Quartal des vergangenen Jahres hat die Neonazi-Gruppe mindestens zwei größere Veranstaltungen im Kreis Düren organisiert. Im November organisierte die KAL mit zweiwöchiger Verspätung einen Aufmarsch anlässlich des „Volkstrauertags“ (sog. „Heldengedenken“) auf dem Soldatenfriedhof in Hürtgenwald-Vossenack. An dieser Veranstaltung sollen nach eigenem bekunden 50 Neonazis, die teilweise von außerhalb angereist waren, teilgenommen haben. In den vergangenen Jahren konnten ähnliche Aufmärsche durch antifaschistische Interventionen verhindert werden. An einer Grillfeier („Erntedankfest“) im Oktober 2005 in der Nähe von Düren sollen nach Angaben aus Neonazi-Kreisen Neofaschisten u.a. aus Mönchengladbach, dem Ruhrgebiet, Bonn und Belgien teilgenommen haben.
Dazu erklärt Martin Graubenden: „Von weit über die Kreisgrenze hinaus zieht es mittlerweile Neonazis nach Düren und Umgebung. Hier besteht dringender Handlungsbedarf. Vor allem die betroffenen Städte und Gemeinden sind jetzt gefordert. Das Problem Neofaschismus muss auch im Kreis Düren auf die politische Tagesordnung!“. Und weiter: „Den Opfern des Faschismus zu Gedenken muss heute für uns heißen, nicht wegzuschauen, wenn die Saat für neue Verbrechen gelegt wird.“
Von den rechten Versammlungen geht aufgrund des hohen Gewaltpotenzials eine unmittelbare Gefahr für alle Menschen aus, die aus rassistischen oder politischen Gründen zum Angriffsziel der braunen Truppe werden könnten. Auch in Düren terrorisieren Neonazis bereits Demokraten: Rene Laube aus Langerwehe, ehemaliger NPD-Landtagskandidat und Aktivist der KAL, muss sich im März vor dem Amtsgericht Düren verantworten. Er hatte im vergangenen Jahr einem Dürener Antifaschisten mit Mord gedroht.Die Antifa Düren schlägt vor, dass die Städte und Gemeinden im Kreis Düren in einer gemeinsamen Initiative beim Innenminister des Landes NRW für das Verbot der „Kameradschaft Aachener Land“ eintreten. Das Vereingesetz lässt diese Möglichkeit zu. In anderen Bundesländern, zuletzt in Berlin, wurde neonazistische Gruppen bereits aufgelöst. „Die KAL steht in Tradition der NSDAP und ist demnach nach Artikel 139 GG illegal. Die Zerschlagung der Gruppe ist längst überflüssig“, so Martin Graubenden.
Derart kann der Spielraum der Neonazis stark eingeschränkt werden. Darüberhinaus ist eine mittel- und langfristige Strategie gegen Rechts notwendig. Bislang bestehen hierzu große Defizite im Kreis. Nach Auffassung der Antifa Düren sind auch hier die Städte und Gemeinden gefordert, konkrete Maßnahmen gegen Rechts zu Planen und Durchzuführen. Künftig wird die Antifa Düren hierzu konkrete Vorschläge unterbreiten.
Antifa Düren, 26. 1. 2006
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