| Antifa Düren fordert Schließung des Museums „Hürtgenwald 1944 und im Frieden“ |
| Donnerstag, 14. Mai 2009 | |
|
Die Antifa Düren sieht sich durch die jüngste Berichterstattung über das Museum „Hürtgenwald 1944 und im Frieden“ in ihrer seit Jahren formulierten Kritik an der Ausstellung bestätigt. Die Gruppe bemängelt insbesondere das völlige Fehlen einer kritisch-historischen Einordnung des Ausstellungsgegenstandes und fordert den Geschichtsverein Hürtgenwald e.V. auf, das Museum bis zu einer grundlegenden Überarbeitung zu schließen. „Das Sammelsurium von Weltkriegsschrott verdient den Namen Museum nicht“, erklärte Antifa-Sprecher Martin Graubenden. Es reiche eben nicht aus, Exponate weitgehend unkommentiert aneinander zu reihen. „In der jetzigen Form wird in Hürtgenwald eine unerträgliche Form der Geschichtsklitterung und Verklärung der Wehrmacht betrieben“. Besonders schwerwiegend ist nach Auffassung der Antifa Düren die völlig unkritische Darstellung der sogenannten „Windhund-Division“: „Dabei war es auch diese Einheit, die mit ihrem Einsatz im Hürtgenwald dazu beitrug, dass die Vernichtungsmaschinerie der Nazis in Osteuropa weiter funktionierte.“. Eine Einordnung in den Kontext von faschistischer Diktatur, Angriffskrieg und Holocaust finde im Museum nicht statt. Stattdessen vermittle die Ausstellung das Bild, dass auch die Angehörigen der Wehrmacht vor allem Opfer gewesen seien. Die Verantwortlichen für Krieg und Massenmord würden hingegen völlig in der Ausstellung verschwinden. Als „Skandal“ bezeichnete Graubenden die Tatsache, dass die „Windhund-Division“ am Rande des Soldatenfriedhofes eine eigene Gedenkstätte unterhalte, an der sich alljährlich Wehrmachtsveteranen versammeln. Zwischen Soldatenfriedhof, Museum und Westwall werde ein „Geschichtsrevisionismus light“ betrieben. Bezeichnend sei es, dass der Vorsitzende des Geschichtsvereins Hürtgenwald e.V. in der Presse mit den Worten zitiert werde, dass es den Museumsbetreibern um eine „wertfreie Darstellung“ der Ereignisse im Hürtgenwald gehe. Da verwundere es kaum, dass in der Vergangenheit mehrfach am und im zeitlichen Umfeld des „Volkstrauertages“ auch Neonazis in Hürtgenwald-Vossenack aufmarschierten. Die Antifa Düren fordert von den politischen Akteuren in der Gemeinde Hürtgenwald eine grundlegende Neuausrichtung der lokalen Geschichtspolitik. Die jüngst von Historikern geäußerte Kritik sei Anlass für eine längst überfällige Debatte. Antifa Düren, 14. Mai 2009
|
| < Zurück | Weiter > |
|---|
