Bundeswehr-Reklame unerwünscht!
Donnerstag, 9. August 2007
Am 14. August organisieren linke Gruppen - darunter die Antifa Düren - Proteste gegen eine Werbeshow der Bundeswehr in der Dürener Innenstadt. Auftakt ist um 12 Uhr am Bahnhofsvorplatz. Wir dokumentieren an dieser Stelle den Aufruf gegen den Werbefeldzug der Bundeswehr.

Die Bundeswehr plant für den 13. und 14. August 2007 eine gigantische Werbeshow auf dem Kaiserplatz in der Dürener Innenstadt. Gute Stimmung für die geplante Verlängerung des Afghanistaneinsatzes und ein bisschen mehr Kriegsbegeisterung in der Bevölkerung sollen her.Der Umbau der Bundeswehr zur weltweit agierenden Angriffsarmee schreitet weiter voran. Auch an  Inlandseinsätze sollen wir gewöhnt werden. Deutsche Tornados fliegen in Afghanistan zur „Zielerfassung“ und Aufklärung. Daraufhin werden Ortschaften bombardiert. Im Inland erfassen sie verfassungswidrig Demonstranten, so wie kürzlich bei den Protesten gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm.Die „Heimatfront“ schwächelt.

Immer mehr Menschen bezweifeln jedoch den Sinn des als unausweichlich herbeigeredeten „Krieg gegen den Terror“.Sie erkennen die verheerenden Folgen der patriarchalen Kriegslogik. Deshalb agiert die Sondereinheit (KSK), die jeglicher parlamentarischen und öffentlichen Kontrolle entzogen ist, verdeckt. Notfalls werden die Einsatzdaten wie im Fall Kunarz kurzerhand gelöscht. Das Kommando Spezialkräfte (KSK) kann in der nicht vom UN-Sicherheitsrat legitimierten „Operation enduring freedom“ fernab des Kriegsvölkerrechts als Exekutionskommando durch Afghanistan ziehen. Das ist Staatsterror.
 
Niemand glaubt ernsthaft, dass der Krieg in Afghanistan und im Irak der Sicherheit Europa dient. Der Bombenkrieg dient allein der Kriegsindustrie. Er dient dem deutschen Zugriff auf strategische Ressourcen in der Region. Mehr und mehr Menschen fordern deshalb den Rückzug der Truppen aus Afghanistan und dem Irak. Gegen die lauter werdende Kritik an den Auslandseinsätzen an der „Heimatfront“ setzt die Bundeswehr darum auf modernes Akzeptanzmanagement, Eventmarketing und Werbetouren, um junge Rekruten und Rekrutinnen zu gewinnen.

Der Werbefeldzug

Mit mehr als 600 Rekrutierungs- und Reklameeinsätzen jährlich überzieht die Bundeswehr das ganze Land. Für mehrere Millionen Euro steuern »Karriere-Trucks« die Innenstädte an, bauen Wehrdienstberater auf Messen und in Schulen ihre Werbestände auf, und allmonatlich finden Werbeveranstaltungen in Arbeitsämtern statt. Ein Grund für die massive Rekrutierungsoffensive: der Bundeswehr droht der Nachwuchs auszugehen.
Für den Werbefeldzug der Bundeswehr ist das Arbeitslosengeld II ein zentrales Rekrutierungsinstrument - Jobcenter sorgen für Nachschub an Soldaten und nutzen die Perspektivlosigkeit am Arbeitsmarkt und den zunehmende Druck für Erwerbslose, jeden noch so miesen Job annehmen zu müssen. Ausbildung und berufliche Qualifizierung werden davon abhängig gemacht, dass  Menschen bereit sind, das Todeshandwerk zu lernen und anzuwenden.

Wer die Öffentlichkeit sucht, muss sie auch ertragen

Seit geraumer Zeit stiften AntimilitaristInnen und Erwerbslosengruppen Unruhe bei Werbeeinsätzen der Bundeswehr. Ihr Schwerpunkt sind die Veranstaltungen der Bundeswehr an Arbeitsämtern und Schulen. Zu erfolgreichen Protest- und Störaktionen gegen die Werber der Bundeswehr kam es in den vergangenen Monaten in über 10 Städten. Die Werbeveranstaltungen wurden daraufhin abgebrochen. In Köln und Berlin erhielt die Bundeswehr sogar ein dreimonatiges Hausverbot in der Arbeitsagentur. Auf Schulveranstaltungen mit desertierten Soldaten des Irak-Kriegs versuchen KriegsgegnerInnen zu vermitteln, was die aktuellen Kriege wirklich für die angegriffene Bevölkerung bedeuten: 90 % der Opfer sind Kinder, Frauen, Männer und alte Menschen und keine Soldaten.
Ein solches Eingreifen in die (noch) gut geschmierte Rekrutierungsmaschinerie der Bundeswehr bedeutet mehr als das konkrete Abwerben einzelner potenzieller SoldatInnen. Es geht um das generelle Zurückdrängen einer Bundeswehr, die sich zunehmend im öffentlichen Raum breit macht. Eine unwidersprochene Alltagspräsenz des Militärs spiegelt nicht nur, sondern prägt auch gesamtgesellschaftliches Bewusstsein zugunsten einer fortschreitenden Militarisierung im Äußeren und Inneren. 


* Wehren wir uns gegen jeden Einsatz der Bundeswehr: gegen “friedenserzwingende” Auslandseinsätze, “überwachende und sichernde” Inlandseinsätze und bundesweit zunehmende Reklame-und Rekrutierungseinsätze!


* Bundeswehr wegtreten am 13./14. August in Düren!


* Kriege blockieren, sabotieren und desertieren!



Den Aufruf unterstützen: Antifa Düren, BUNDESWEHR WEGTRETEN Köln, DKP Düren, Kreisverband DIE LINKE Düren, Lothar Böling (Stadtratsfraktionsvorsitzender der Offene Liste/PDS), Ernst Rabe (Kreistagsfraktionsvorsitzender der Offenen Liste/PDS), Erwerbslosenkomitee (ELKO) Düren


14. August 2007: Demonstration "Bundeswehr wegtreten!" in Düren. Auftakt um 12 Uhr am Bahnhofsvorplatz Düren. Anschließend Aktionen direkt am Werbetruck der Bundeswehr.

Außerdem: Filmveranstaltung „Ein Lied für Argyris“ am gleichen Tag um 19 Uhr im Dürener Rathaus.

 

 

 
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