| Neonazistische „National-Zeitung“ bewirbt den 16. November in Düren |
| Donnerstag, 4. November 2004 | |
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Das braune Blättchen von DVU-Chef Gerhard Frey, das unermüdlich an der Rehabilitierung des Nationalsozialismus und der Leugnung der deutschen Kriegsschuld arbeitet, zitiert dort eine Zeitzeugin. Und gibt gleich eine Verhaltens-Empfehlung für die DVU-Anhänger ab: „Für sie [die Zeitzeugin] ist es eine Selbstverständlichkeit, jedes Jahr an der Gedenkveranstaltung vor dem Rathaus teilzunehmen.“ Muss nun mit der Teilnahme von Neonazis am 16. November gerechnet werden? Die Antifa Düren kritisiert bereits seit Jahren die inhaltliche Ausrichtung der Veranstaltung. Das Gedenken an die Bombardierung Dürens findet völlig losgelöst aus dem historischen Kontext statt. Die Toten des Angriffs werden einseitig zu Opfern verklärt. Dabei wird unterschlagen, dass auch in Düren weite Teile der Bevölkerung das NS-Regime gestützt haben. Die viel zu wenigen Dürener Antifaschisten saßen zum Zeitpunkt der Bombardierung schon seit Jahren in den Konzentrationslagern oder waren längst ermordet. „Die Gedenkveranstaltung der Stadt Düren muss so ausgerichtet werden, dass sich keine inhaltlichen Anknüpfungspunkte zu neonazistischen Geschichtsfälschern mehr bieten“, fordert Antifa-Sprecher Martin Graubenden. Die Zerstörung Dürens müsse in den richtigen geschichtlichen Kontext gerückt werden. Ohne die massenhafte Zustimmung der Deutschen zum Nazi-Regime, ohne die Zerstörung Guernicas durch die faschistische „Legion Condor“ und ohne den Beginn des 2. Weltkriegs durch Deutschland wäre Düren nicht bombardiert worden. In diesem Zusammenhang begrüßt die Antifa Düren ausdrücklich, dass am 16. November die Ausstellung "Konzentrationslager Buchenwald, Post Weimar“ im Foyer des Rathauses“ eröffnet wird. „Dies ist ein Schritt in die richtige Richtung“, so Graubenden.
Die Antifa Düren schlägt vor, die
Gedenkveranstaltung unter das Motto „Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!“
zu stellen, um ein Zeichen gegen den zunehmenden Einfluss neofaschistischer
Kräfte und den seit den 1990er Jahren wieder belebten deutschen Militarismus zu
setzen. Die Antifa Düren fordert Bürgermeister Paul Larue auf, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um das etwaige Auftreten von Neonazis am 16. November zu verhindern. Antifa Düren, 5. November 2004 |
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