Schändung des jüdischen Friedhofs in Jülich
Sonntag, 17. Oktober 2004
Mit Wut und Empörung haben wir das jüngste Ereignis in Jülich zur Kenntnis genommen. Mit Verwunderung jedoch müssen wir auf die Aussage eines Polizeisprechers in der „Super Sonntag“ über die Schändung des jüdischen Friedhofs reagieren.

Ein ähnlicher Vorfall sei nicht bekannt, hieß es. Dabei wurden bereits im Juni 2002 Nazi-Symbole am jüdischen Friedhof geschmiert. Damals protestierten rund 40 Antifaschisten gegen Antisemitismus und Neofaschismus. Das Dementi der Polizei wirft die Frage auf, ob aufgrund der damaligen Schmierereien überhaupt Ermittlungen eingeleitet bzw. wie diese abgeschlossen wurden.

Wir schlagen die Einrichtung einer kostenlosen Hotline gegen Nazi-Schmierereien beim Kreis und in den Kommunen vor. Diese soll die Erfassung und die zügige Entfernung von solchen Symbolen sicherstellen. Der Angriff auf den jüdischen Friedhof hat zwar eine besonders zu verabscheuende Qualität,  Hakenkreuz- und SS-Schmierereien an anderen Orten gehören im Kreis Düren jedoch zur alltäglichen Normalität.

Von den verantwortlichen Stellen der Stadt Jülich erwarten wir, dass die Schmierereien umgehend entfernt werden und der ursprüngliche Zustand der Grabsteine wiederhergestellt wird.

Wir wiederholen unseren Aufruf von 2002, verstärkt gegen neonazistische Gruppen und ein gesellschaftliches Klima, das antisemitische Vorfälle wie jüngst in Jülich möglich macht, zu kämpfen.

 
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