"Tag der Heimat“ 2007: Wer die NPD bekämpfen will, darf den BdV nicht unterstützen!
Donnerstag, 16. August 2007
Alle Jahre wieder, dieses Mal am 25. August, trommelt der „Bund der Vertriebenen“ (BdV) in Düren sein Fußvolk zusammen. Vordergründig in der harmlosen Absicht, an die „Heimat“ zu erinnern, Traditionen zu pflegen und auf dem “Ostdeutschen Markt“ auf dem Rathausvorplatz Produkte aus der kalten Heimat anzubieten.
Schaut man aber genauer hin, so ist zu erkennen, dass es sich bei dieser Veranstaltung um ein trojanisches Pferd handelt:

Der BdV wurde 1958 gegründet. Erster Präsident wurde der schwer belastete faschistische Sonderrichter von Chojnice, Hans Krüger. Belastete Nazis organisierten in der BRD jahrelang die Revanchehetze als „Vertriebenen- Minister“ in westdeutschen Regierungen. Seit 1959 ist bekannt, dass der Mann, den Adenauer 1953 zum Bundesvertriebenenminister ernannte, während der Nazizeit schwerste Verbrechen begangen hatte. Theodor Oberländer aber, dessen Name ein Synonym für die rücksichtslose Unterdrückung, für die grausamsten Untaten und für die Massaker zur Ausrottung der osteuropäischen Völker ist, blieb trotzdem als Minister im Kabinett Adenauer.

1963 nahm Erhard den Nazirichter Hans Krüger als Revancheminister in sein erstes Kabinett auf. Die Weltöffentlichkeit erzwang dessen Rücktritt. Nachfolger wurde der nicht minder belastete Gestapo-Spitzel und Goebbels-Journalist Ernst Lemmer. Die Zusammenarbeit mit neofaschistischen Parteien und  Gruppen war schon damals sehr eng, was unter anderem an den gleichen Zielen und den Führungsleuten mit Nazivergangenheit lag.

Besonders in Düren wurde in den vergangenen Jahren deutlich, das der örtliche BdV bis heute keine Berührungsängste mit neofaschistischen Kräften hat.

Mehreren Hauptrednern der vom BdV Düren zum so genannten „Tag der Heimat“ organisierten Veranstaltung der letzen Jahre konnten Verbindungen zu Neonazis und anderen Vertretern der extremen Rechten nachgewiesen werden. Wir erinnern an den mittlerweile rechtskräftig verurteilten Holocaust-Leugner Latussek, der nach Recherchen der Antifa Düren damals nur unter massiven Druck ausgeladen wurde. Die Äußerung des damaligen Vorsitzenden des BdV Düren, Latussek sei eine integere Person, steht noch heute im Raum. Im Jahr 2004 waren sogar Mitglieder der neonazistischen „Kameradschaft Aachener-Land“ freundlich aufgenommene Gäste beim „Tag der Heimat“ des BdV in Düren auf dem Kaiserplatz.

Trotzdem wurde der BdV regelmäßig vom Bürgermeister Paul Larue ins Rathaus eingeladen und unterstützt. Und dies vor dem Hintergrund, dass antifaschistische Gruppen in Düren seit 1995 regelmäßig auf diese Problematik hinweisen. Trotz der jährlich wiederholten Aufforderung, die Unterstützung  des BdV wegen der nachgewiesenen Nähe zu Neofaschisten einzustellen, hält der Bürgermeister bis heute an seiner Nibelungentreue fest. Hierfür wurde er von den Revanchisten mit der „Ernst-Moritz-Arndt-Plakette“ des BdV  NRW belohnt, eine Auszeichnung, die der Holocaust-Leugner Latussek Jahre vor ihm erhielt.

Beim „Ostdeutschen Markt“ in Düren wurde in den vergangenen Jahren regelmäßig „Der Schlesier“ kostenlos an Besucher verteilt. Diese Zeitung ist so braun, dass sie selbst vom Verfassungsschutz NRW als „rechtsextrem“ eingestuft wurde. Mit ebenfalls verteilten schwarz-rot-gelben Stickern, die Deutschland in den Grenzen von 1938 zeigten, brachte der BdV seinen Revanchismus auf subtile Art zum Ausdruck.

Auch in diesem Jahr lädt der Bürgermeister den BdV ins Rathaus ein. Brisant ist, dass Paul Larue seit der Gründung im Januar 2007 einer der Sprecher des Dürener Bündnisses gegen Rechts ist.

In der Hoffnung, diesen Spagat auszuhalten und den diesjährigen Protest gegen den rechten Event mundtot zu machen, steht in der Einladung zum "Tag der Heimat": „Durch ihre Teilnahme bekunden Sie, dass wir jede Art von Extremismus, ob nun von rechts oder links in unserer Stadt oder in unserem Land ablehnen, denn viele haben leidvoll erleben müssen, was geschieht, wenn Hass und Gewalt regieren.“

Die Teilnahme am „Tag der Heimat“ kann jedoch nie eine Bekundung gegen Rechts sein. Ist doch, wie aufgezeigt, der BdV selbst Teil einer Bewegung, die Hass und rechte Hetzte verbreitet. Der Bürgermeister muss sich deshalb entscheiden: Wer ernsthaft die NPD bekämpfen möchte, darf sich nicht als Steigbügelhalter für eine andere Variante der extremen Rechten betätigen. Wir halten es für inakzeptabel, wenn ein Sprecher des Dürener Bündnisses gegen Rechts eine Gruppe unterstützt, deren Ziele denen des Bündnisses diametral entgegenlaufen. Wir fordern daher Paul Larue auf, den BdV aus dem Rathaus auszuladen und den „Tag der Heimat“ abzusagen.

Antifa Düren, 16 August 2007

 

 
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Antifa Düren zwitschert

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