| Zivilcourage sieht anders aus! |
| Donnerstag, 10. Januar 2008 | |
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Die Geschäftsführung des Dürener Stadtcenters hat sich von der NPD Düren
einschüchtern lassen und eine dem Dürener Bündnis gegen Rechts (BgR)
gegebene Zusage, am 5. Januar einen Informationstand im Stadtcenter
durchzuführen, kurzfristig zurückgezogen. Der Informationsstand fand
trotzdem statt, jedoch vor dem Stadtcenter. Viele Menschen nutzen die
Gelegenheit, um sich über die neofaschistische Gefahr und die Arbeit des
BgR zu informieren.
Der Vorgang ist peinlich und erschreckend zugleich: Peinlich für die
Geschäftsführung des Stadtcenters, die für ihr Verhalten Lob von der NPD
erhält und sich und der Sache des BgR damit einen Bärendienst erwiesen
hat. Erschreckend, weil allein die diffuse Ankündigung einiger weniger
Neonazis, das Stadtcenter besuchen zu wollen, die Geschäftsführung zu
einem Rückzieher bewegt hat. Wer so schnell einknickt, ermutigt
Neonazis, immer dreister aufzutreten.
Das es auch anders geht, hat kürzlich Johannes H. Lohmeyer, Geschäftsführer des Holiday-Inn Hotels in Dresden, bewiesen. Mitte Oktober des vergangenen Jahres hatten der NPD-Fraktionschef im sächsischen Landtag, Holger Apfel, und dessen Stellvertreter, Alexander Delle, über ein Internetportal Zimmer im Holiday-Inn gebucht. Daraufhin teilte der Geschäftsführer den NPD-Funktionären per Brief mit, man sei erstaunt, dass sie "ausgerechnet ein amerikanisches Hotelunternehmen mit ausländisch klingendem Namen bevorzugen." NPD-Politiker seien indes "nicht willkommen" und man werde die Buchung stornieren, denn man könne es den "Mitarbeitern nicht zumuten", die beiden Neonazis "zu begrüßen und zu bedienen." Für den Fall, dass eine Stornierung rechtlich nicht möglich sei, wollte Lohmeyer die Umsätze der NPD-Männer an die Dresdner Synagoge spenden -- und zwar "als kleinen Beitrag zur Wiedergutmachung für die Schäden, die Ihre damaligen Gesinnungsgenossen der Synagoge und vor allem ihren früheren Besuchern zugefügt haben." Dieses Beispiel für Zivilcourage sollte sich die Geschäftsführung des Dürener Stadtcenters künftig zum Vorbild nehmen.
Antifa Düren, 10. Januar 2008
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