Start arrow Texte arrow Nachrichten & Berichte arrow Aachen: "festival contre le racisme" hat begonnen

Newsletter






Statistik

Besucher: 388267
Aachen: "festival contre le racisme" hat begonnen Drucken
Montag, 11. Juni 2007
Heute hat an der RWTH Aachen das "festival contre le racisme" begonnen.  Neben einer Ausstellung gehören zum Programm auch zahlreiche Veranstaltungen.
"Rassismus und Diskriminierung sind auch Themen, welche die Studierenden etwas angehen. Rechtsextreme Übergriffe, wie der auf den jungen Wissenschaftler Ermyas M. in Potsdam am Ostermontag 2006, sind nur die Spitze des Eisberges. Ständig sind ausländische Studierende mit Hürden konfrontiert, die deutschen Studierenden unbekannt sind. Eine diskriminierende AusländerInnengesetzgebung und ein zumindest merkwürdiger Umgang mit Flüchtlingen und MigrantInnen sind Alltag. Die Probleme sind vielfältig, aber nicht allen Studierenden bekannt", schreiben die Veranstalter über das Anliegen des Festivals. Die Veranstaltungen stehen natürlich auch Nicht-Studierenden offen.
 
Weitere Infos zum Festival in Aachen gibt es unter www.asta.rwth-aachen.de/festival.
 
 

festival contre le racisme 2007 – Das Programm in Aachen

Blechdosen mit FarbenIG-Farben Ausstellung

Ausstellung zu den Verbrechen des Chemiekonzerns IG-Farben
Audimax von Montag bis Freitag (11.-15.06.)

Die Ausstellung zweigt in eindrucksvollen Bildern und Dokumenten die Mitwirkung der IG Farben AG im ersten und zweiten Weltkrieg. Die ersten 19 Banner zeigen dabei, dass sich die IG Farben AG nicht nicht „nur“ um eine Unterstützung der Kriegsmaschinerie beschränkte, sondern sich aktiv am Massenmord an Juden und Andersartigen beteiligte. Die Ausstellung schließt mit der Politik der IG-Farben AG (in Auflösung) nach 1945 und der Frage nach Zwangsarbeitervergütung. Durch die Ausstellung wird es zwei Führungen geben.

Der verbotene Schmerz – Beschneidung bei Frauen

Vortrag von Kerstin Kilanowski zu Genitalbeschneidung bei Frauen
Dienstag, 12.6. 19:00 Uhr im Clubraum des Chico-Mendes (KHG, Pontstr.)[Achtung, neuer Raum!]

Weltweit sind 150 Millionen Mädchen und Frauen von einer Tradition betroffen, die ihre reproduktive und sexuelle Gesundheit schädigt. Die Mehrheit davon lebt auf dem afrikanischen Kontinent, aber auch in Europa finden heimlich die Beschneidung kleiner Mädchen und Babies statt, vor allem in isolierten Migrantenfamilien, die ihre Kultur aufrecht erhalten wollen. Welche Gründe Frauen (und Männer) für die ‚Beschneidung‘ der weiblichen Genitalien anführen, hat die Kölner Journalistin Kerstin Kilanowski recherchiert.

Fatihland

Kabarett von und mit Fatih Cevikkollu
Mittwoch, 13.06. 20:00 Uhr im Theatersaal. Eintritt: 12 Euro (ermäßigt 7 Euro)

Fatih Çevikkollu begeistert mit seinem erstem Soloprogramm „Fatihland“ die Zuschauer und Fachleute gleichermaßen. Zum besten Newcomer des Jahres avancierte er endgültig mit dem Gewinn des Prix Pantheon 2006 – Jurypreis –, dem renommiertesten Kleinkunstpreis für den Bereich Kabarett und Comedy im deutschsprachigen Raum. Auf der Bühne erzählt er mit dem Blick eines in Deutschland geborenen Türken und einer gehörigen Prise Selbstironie über seine Kindheit in Köln, die stundenlangen Autofahrten zu Beginn der Sommerferien in die Heimat („Gefangen im Taunus in die Türkei“), über Bauchtanzkurse in der Volkshochschule („Das ist so, als ob du in der Badewanne tauchen lernst“) und über den Deutschen in sich („Ich spürte in mir die Lust am Recht auf Empörung“).

Der globalisierte Haushalt

Vortrag zur Situation migrantischer Hausarbeiterinnen
Donnerstag, 14.06. 14 Uhr im Humboldt-Haus

Trotz aller Zuzugsbeschränkungen in Deutschland & Europa sind Arbeitskräfte mobil und kommen dahin, wo Bedarf herrscht. Dieser besteht heutzutage vor allem bei Beschäftigungen im Haushalt: Wo sich deutsche Frauen emanzipieren und eine Erwerbstätigkeit aufnehmen, wird die Hausarbeit immer öfter schlicht auf migrantische „Hilfen“ umverteilt. Dabei muss es nicht immer legal zugehen - hinter manchen Au-Pair Stellen verbergen sich eine dauerhafte Beschäftigungen oft hochqulifizierter Frauen. Wie verbreitet dieses Phänomen ist, was dies für die einzelnen Frauen bedeutet und was man geschlechterpolitisch davon halten kann, wird Helen Schwenken diskutieren. - Helen Schwenken ist Politikwissenschaftlerin und hat zahlreiche Beiträge zu den Themen Migration, Globalisierung und Feminismus veröffentlicht.

Abschiebung im Morgengrauen

StacheldrahtDokumentation zur alltäglichen Arbeit von Ausländerbehörden. Anschließend Diskussion moderiert vom Flüchtlingsplenum Aachen.
Donnerstag, 14.06. 20 Uhr im Humboldt-Haus

Abschiebung nach 15 Jahren Deutschland. Das bedeutet: Nächtliches Klingeln, Polizei in der Wohnung, eine Tasche pro Person und eine halbe Stunde Zeit zum Packen. Das wars. Ausländerbehörden in Hamburg. Wer hier reingeht, um eine Duldung zu verlängern, weiß nicht, ob er wieder frei hinausgehen kann. Hier wird entschieden über Bleiben oder Ausreise - im schlimmsten Fall die „sofort vollziehbare“ Abschiebung. - Michael Richters Dokumentation von 2005 wurde mit Preisen wie Civis und Grimme Preis ausgezeichnet.

Rosen auf den Weg gestreut

Vortrag von Richard Gebhardt zu Deutschland und seinen Neonazis Freitag, 15.06. 16:00 Uhr im Fo8 (Karman-Auditorium) [Achtung, neuer Raum!]

Neonazis feiern Wahlerfolge, rassistische Anschläge machen vorübergehend Schlagzeilen, Berichte über »No-Go-Areas« und eine alltägliche rechte Subkultur wiederholen sich. Der »Aufstand der Anständigen« hat sich als Flop erwiesen, und der Aufschrei über den Einzug der NPD in die Landtage von Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern ist schnell verstummt. Der Vortrag beleuchtet das allzu freundliche Umfeld, das der extremen Rechten die Rosen auf den Weg streut. Er untersucht deren Konzepte, nimmt ihre Praxis in Landes- und Kommunalparlamenten unter die Lupe und diskutiert die gesellschaftlichen Verhältnisse, vor deren Hintergrund Neofaschisten erstarken. - Richard Gebhardt ist Politikwissenschaftler und freier Journalist.

Austellung: Road closed - die rechtliche Lage ausländischer Studierender in der BRD

Ausländische Studierende sind in der BRD immer noch Restriktionen und finanziellen Benachteiligungen ausgesetzt. Die Hochschulgesetzgebung erwartet lediglich aufgrund von Staatsanghörigkeit unterschiedliche Gebühren, das Aufenthaltsrecht fordert Sicherheiten. Im Zweifel droht die Abschiebung. Die Ausstellung Road Closed des fzs anlässlich des festivals stellt die erschreckende rechtliche Lage unserer KommilitonInnen dar.

[Kooperationspartner]

Aachener Friedenslauf - Laufen fairbindet

6. Aachener Friedenslauf „Gemeinsam gegen Rassismus“ Freitag, 15.6. - Mehr Infos: www.run4peace.eu

Abschlusskonzert

Live Musik im Humboldt-Haus Freitag, 15.06. Ab 20 Uhr

Weitere Veranstalter/innen: Fachschaft 1/1, 1/2, 7/1, 7/2, AusländerInnenVertretung, Frauenprojekt