| Dokumentiert: Redebeitrag zum 8. Mai |
| Donnerstag, 5. Juni 2008 | |
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Wir dokumentieren an dieser Stelle einen Redebeitrag zum 8. Mai, gehalten von einer Vertreterin der Antifa Düren anlässlich des 10. Antifa-Festivals zum "Tag der Befreiung vom Faschismus" am 17. Mai im Dürener Multikulti.
im Namen der Antifa Düren begrüße ich Euch zum 10. Antifa-Festival anlässlich des Jahrestag der Befreiung vom Faschismus. Am 8. Mai 1945 erlebte die Menschheit die endgültige militärische Zerschlagung des deutschen Faschismus. Dieses Datum markiert den Sieg über das menschenverachtende Regimes des Hitler-Faschismus. Die faschistischen Weltherrschaftspläne wurden durch das gemeinsame Handeln der Antihitler-Koalition gestoppt. Es waren die Angehörigen der Streitkräfte der Alliierten, vor allem die Angehörigen der sowjetischen Armee, die die Hauptlast des Krieges trug, die diese Bedrohung auch militärisch zerschlugen. Es waren die Partisanen und Widerstandskämpfer in allen vom deutschen Faschismus okkupierten Ländern, die ihr Leben einsetzten für die Freiheit ihrer Heimat. Teil dieser Antihitler-Koalition waren auch deutsche Antifaschisten, die illegal in Deutschland, in den Reihen der Partisanen oder gemeinsam mit den alliierten Streitkräften für die Befreiung ihres eigenen Landes kämpften. Der 8. Mai 1945 ist damit der Tag der Befreiung für alle vom deutschen Faschismus bedrohten Völker, für die Inhaftierten der faschistischen Konzentrationslager, die noch kurz vor Ende des NS-Regimes auf Todesmärsche geschickt worden waren, für die Zwangsarbeiter, die in verschiedenen Formen Sklavenarbeit für die deutsche Industrie, die Landwirtschaft und Kriegspolitik leisten mussten, für die Nazigegner in Deutschland selbst. Wir erinnern anlässlich dieses Jahrestages auch daran: Der 8. Mai 1945 markiert den Beginn einer neuen Politik in den internationalen Beziehungen. Die Gemeinsamkeit des Handelns aller Nazigegner schuf die Grundlage für die Gründung der Vereinten Nationen und die Fixierung von Grundlagen des Völkerrechts, die die Basis für die Verfolgung und Verurteilung der Hauptkriegsverbrecher im Nürnberger Tribunal darstellten. Die gemeinsame Losung aller Antifaschisten hieß damals "Nie wieder!" Doch man muss auch daran erinnern, dass es immer noch neonazistische Organisationen gibt, Gruppierungen einer Bewegung, die in der Tradition des faschistischen Nationalsozialismus stehen. Auch hier im Dürener Raum gibt es Neonazi-Strukturen: NPD und so genannte „freie Kameradschaften“. Besonders in Aachen gab es in den letzen Wochen und Monaten gehäuft Vorfälle, an denen maßgeblich auch Dürener Faschisten beteiligt waren, die bezeugen, dass die Gewalt der Neonazis eine neue Ebene erreicht hat: AntifaschistInnen werden systematisch offen angefeindet, bis an die Haustür verfolgt und bedroht. Körperliche Angriffe von Rechts konnten gerade noch verhindert werden, aber in sehr naher Zukunft wird auch das geschehen, wenn wir dem nichts entgegensetzen. Gemeinsam mit Menschen unterschiedlicher Weltanschauungen handeln wir Antifaschistinnen und Antifaschisten gegen Neofaschismus und die extreme Rechte, gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus, gegen Krieg und Terrorismus sowie deren gesellschaftliche Wurzeln. Wir Antifaschistinnen und Antifaschisten sehen uns in der Tradition der Menschen, die gemeinsam gegen die faschistische Barbarei gehandelt haben und treten heute ein für Frieden, für politische und soziale Menschenrechte und für Demokratie. Denn nur so schaffen wir eine "neue Welt des Friedens und der Freiheit!" Daher fordere ich alle hier Anwesenden auf, sich in der antifaschistischen Bewegung zu engagieren, damit die Ideologie der Nazis und die damit einhergehende Gewalt keine weiteren Opfer fordert. In diesem Sinne hoffe ich, dass dieses Antifa-Festival zum Tag der Befreiung ein deutliches Zeichen setzt und dass dadurch mehr Menschen auf Problem aufmerksam werden und was dagegen tun!
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